Kommentar
Herausforderung Zukunft
Bis Ende September ist die Diskussion um die Entwicklung der Pastoralverbünde geplant. Derzeit beraten die einzelnen Gemeinden vor Ort über die gemeinsamen Pläne von Dekanat und Erzbistum.
Christian Schlichter (45) ist Chefredakteur des DOM
Das Vorhaben ist höchst ambitioniert. Aus 213 Pastoralverbünden sollen 88 werden. Das lässt keine Pfarrei im Erzbistum unberührt. Die Planung 2030 ist in vollem Gange. Wenn man den Planern glauben darf, in ruhigem Einvernehmen. Das ist auch die Situation vor Ort. Viele Pastoralverbünde haben sich längst auf den Weg gemacht, sehen die Realität einer Kirche mit schrumpfenden Strukturen. Und reagieren darauf. Wer sich beizeiten aufmacht, kommt sicherer am Ziel an und wird gut gerüstet sein.
Doch der Strukturprozess wird auch Verlierer haben. Diejenigen, die sich trotz Aufforderung ihres damaligen Hirten Johannes Joachim seit 2000 bis heute nicht auf ihre Nachbarn zubewegt haben. Ebenso, wie die anderen, die einfach leugnen, dass es solch eine Veränderung geben müsse. Wieso, bei ihnen vor Ort sei doch alles klar. Ja, noch.
Herausforderungen wird es aber auch in den Pfarrhäusern geben. Denn für das hauptamtliche Personal geht es diesmal an Versetzungen nicht vorbei. Biologisch, also durch Altersrente, lässt sich die neue Struktur nicht umsetzen.
Motivation ist nun gefragt, auch bei denen, die sich nicht wahrgenommen fühlen durch die bisherigen Beratungen. Motivation werden die Hauptamtlichen besonders den Ehrenamtlichen vorleben müssen. Denn die sollen sich künftig in den Gremien mit ihnen um Kirchtürme kümmern, die sie bislang nur von weiter Ferne kennen.






