Aktuelle Ausgabe
2012-20

Frauenfrühstück befasste sich mit einem Thema, das jede Frau betrifft

Hilfe, ich werde wie meine Mutter

Bücher zum Thema des Vortrags, aber auch christliche Literatur und Geschenkbücher stießen auf großes Interesse.

Witten. Knackfrische Brötchen, duftender Kaffee und ein anregender Vortrag, gepaart mit besinnlicher Musik: Das sind die Zutaten eines gelungenen Frühstücks, zu dem der Verein FrühstücksTreffen für Frauen (FFF) alljährlich zweimal in die Holzkamp-Gesamtschule einlädt. 

von Ingrid Piela 

Rasch ausverkauft waren dieses Mal die herbstlich dekorierten Plätze an den Bistro-Tischen. Ob es am interessanten Thema lag „Hilfe, ich werde wie meine Mutter“, oder nur am begrenzten Platzangebot des Umbau-Ausweichquartiers in der Schul-Cafeteria? Glück für die, die einen Platz erhaschen konnten. Irene Peil, die früher in Witten lebte und jetzt aus Lippstadt anreiste, hatte einige interessante Aspekte zum Thema mitgebracht. Die rund 120 Frauen hörten aufmerksam zu, darunter etliche Mütter, die ihre erwachsenen Töchter mitgebracht hatten – oder umgekehrt. 

Zum Auftakt hörten alle ein Lied von Reinhard Mey, in dem dieser beschreibt, was er sich als Vater vorgenommen hatte: „Ich wollte alles richtig machen und habe doch alles falsch gemacht: Sitz still, Ellenbogen vom Tisch – ich bin doch selber ein altes Kind.“ Irene Peil betrachtete das Thema mit Blick auf das Modell der Transaktionsanalyse und die drei Ich-Zustände: Eltern-Ich, Kindheits-Ich und Erwachsenen-Ich. Sie erläuterte am Beispiel aus der Praxis eines Psychologen, wie sich diese drei Persönlichkeiten in einer Person auswirken. Besonders in Bezug auf den gleichgeschlechtlichen Elterteil entdecken wir Seiten, die wir nicht wahrhaben möchten. Beim andersgeschlechtlichen Elternteil fällt es leichter, sich abzugrenzen und auf Distanz zu gehen.

Apropo andersgeschlechtlich: Dieses Mal waren gleich drei Männer Gast beim sonst durchweg weiblichen Frühstückstreffen: Der Techniker, der den Vortrag auf CD aufnahm, die käuflich zu erwerben ist. Jens Kruber, der mit Gitarre und Ehefrau Donata – mit Querflöte – für den musikalischen Rahmen sorgte. Tja, und dann war da noch der kleine Michael, gerade einmal eine Woche alt. 

Die überkonfessionellen, christlichen Frühstückstreffen werden vom Verein FrühstücksTreffen für Frauen organisiert. In rund 220 Städten in Deutschland engagieren sich die Organisatorinnen ehrenamtlich. Auch das rund 20-köpfige Wittener Team um die Vorsitzende Bettina Blecker-Junge sorgte einmal mehr dafür, dass die Frauen aus dem Alltagstrubel herauskommen und „auftanken“ konnten und  – Zeit für Gespräche mit anderen Frauen hatten.


23.05.2012
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