Caritasverband Dortmund und Caritas-Konferenzen starten Projekt „Behördenbegleiter/Formularhilfe“
Hilfe im Umgang mit Behörden
Dortmund. Jeder, der schon einmal einen behördlichen Antrag ausfüllen musste, weiß, dass es häufig Schwierigkeiten mit sich bringen kann, dies auch korrekt durchzuführen. Menschen mit Migrationshintergrund haben es hier häufig besonders schwer. Zu den üblichen Herausforderungen kommen oft sprachliche Probleme und Verständnisschwierigkeiten. Um Menschen zu helfen, die Probleme beim Ausfüllen der behördlichen Anträge haben, hat der Caritasverband Dortmund e.V. gemeinsam mit den Caritas-Konferenzen das Projekt „Behördenbegleiter/ Formularhilfe“ ins Leben gerufen.
von Anna Petri
Die Caritas möchte damit nicht nur Menschen bei der Antragsstellung helfen, sondern darüber hinaus auch Unterstützung bei der persönlichen Vorsprache bei einem Amt anbieten. „Wer Probleme mit dem Ausfüllen hat, findet ebenso Unterstützung wie jemand, der eine Begleitperson für einen Behördengang sucht“, sagt Christoph Gehrmann, der als Leiter der sozialen Fachberatung im Bernhard-März-Haus des Caritasverbands Dortmund e.V. arbeitet.
Entstanden sei dieses Projekt aus einer Idee, das bereits seit einigen Jahren existierende Angebot der Formularhilfe mit dem Angebot der Behördenbegleitung, welches durch die ehrenamtlichen CKD-Gruppen angestoßen wurde, zu verbinden. „Das Ausfüllen von Anträgen und Formularen wird immer komplizierter, was auch mit dem Wachsen der Behörden und dem entsprechend häufigen Wechsel von Zuständigkeiten zusammenhängt“, so Gehrmann. Der Bedarf an solcher Unterstützung habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen, weshalb man sich jetzt dazu entschlossen habe, dieses Projekt zu entwickeln.
In der Dortmunder Nordstadt, wo sich das Bernhard-März-Haus befindet, leben viele Menschen mit Migrationshintergrund. Sie hätten es im Umgang mit den komplexen Anträgen besonders schwer, meint Gehrmann. Aufgrund der Verständnisschwierigkeiten sind viele Menschen besorgt, allein auf ein Amt oder eine Behörde zu gehen, weshalb das Angebot der Behördenbegleiter gern in Anspruch genommen würde. „Die Behördenbegleiter stärken den Menschen den Rücken und können auch bei der zuständigen Sachbearbeiterin dann direkt noch einmal nachfragen, wenn etwas unklar erscheint.“
Zurzeit gibt es bei der Dortmunder Caritas etwa 30 ehrenamtliche Behördenbegleiter, die zukünftig auch beim Ausfüllen von Formularen helfen können. Einer von ihnen ist Thomas Gast. Der gelernte Betriebswirt befindet sich mittlerweile im Ruhestand und bietet als ehrenamtlicher Mitarbeiter in der sozialen Fachberatung im Bernhard-März-Haus einmal wöchentlich Hilfe im Umgang mit Behörden an.
„Wir helfen bei jeder Form von Anträgen, mit Ausnahme von steuerlichen Formularen oder Rentenanträgen“, sagt Gast. Häufig seien es Hartz-IV-Anträge, bei denen er helfe. Darüber hinaus unterstütze er die Menschen auch beim Schreiben von Bewerbungen. „Das Vertrauensverhältnis zwischen dem Behördenbegleiter und den Hilfesuchenden muss auf jeden Fall bestehen“, so Gast, „denn die Menschen geben in den Anträgen viel von sich Preis.“ Aus diesem Grund würden die ehrenamtlichen Behördenbegleiter auch in Schulungen auf ihre Aufgaben entsprechend vorbereitet, fügt Christoph Gehrmann hinzu.
Da die Nachfrage nach dieser Form der Unterstützung in den vergangenen Jahren immer größer geworden ist, möchte der Caritasverband Dortmund e.V. weitere ehrenamtliche Mitarbeiter für diese Aufgabe gewinnen.
Interessierte können sich bei der sozialen Fachberatung im Bernhard-März-Haus, Osterlandwehr 12-14, 44145 Dortmund melden. Ziel solle es sein, so Christoph Gehrmann, neben den bereits bestehenden Beratungsstellen weitere Stellen in Dortmund auszubauen.







