Aktuelle Ausgabe
2012-20

Mitglieder des Cusco-Freundeskreises sind aus Peru zurückgekehrt

Hilfe ist weiterhin nötig

Eine Schale Reis mit Bohnen: Viel braucht es nicht, um ein Lächeln voller Dankbarkeit auf die Gesichter peruanischer Kinder zu zaubern. Doch das Geld beim Mittagstisch des Heimes Sab Jose in Cusco reicht nie, um alle Wartenden satt zu machen.

Dortmund/Cusco. „Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt!“ Diese positive Bilanz zogen die fünf Mitglieder des Dortmunder Freundeskreises Cusco (DFC), die jetzt von einer Arbeitsreise nach Peru zurückgekehrt sind. „Wir wurden überall mit großer Herzlichkeit, Wiedersehensfreude und Gastfreundschaft empfangen.“Umso größer war die Erschütterung der Dortmunder beim Besuch im Erdbebengebiet Pisco. Auch ein Jahr nach dem schweren Beben gleicht die Stadt immer noch einem Trümmerfeld. Viele Menschen müssen noch auf der Straße leben oder in Zelten, oft ohne Strom oder Wasser.

 

Von den Ordensschwestern dort hörten die Dortmunder, dass neue Katastrophen inzwischen den Blick auf Pisco versperrt hätten. Hilfe sei trotzdem bitter nötig. So wurde die Schule der Ordensfrauen für 650 Schüler völlig zerstört. Ein Wiederaufbau ist zurzeit nicht bezahlbar. Der Unterricht findet in 14 aus Spendenmitteln angekauften Containern statt. Sieben dieser provisorischen Klassenzimmer wurden aus Dortmunder Spenden finanziert. „Dafür waren alle unglaublich dankbar“, erinnern sich die DFC-Mitglieder.

Die Reise führte die Delegation auch in die abgelegenen Dörfer der Hochanden. Dort waren vor allem die Medikamente hoch willkommen. Viele Bewohner leiden an Haut-, Atemwegs- oder Darmerkrankungen. Auch Hepatitis, Tuberkulose und Kindbettfieber sind weit verbreitet.

Breiten Raum nahmen auch die Gespräche mit den leitenden Schwestern der vom DFC unterstützten sozialen Einrichtungen ein. „Die Sorgen sind niederdrückend und Lösungen nur spärlich in Sicht“, fasst Jutta Kanert vom DFC ihre Eindrücke zusammen. So hat der Mittagstisch für Straßenkinder nie genug Geld, um alle 500 Kinder, die täglich an der Pforte des Heims in Cusco warten, satt zu machen.

Einen Lichtblick gibt es allerdings im Centro Hogar San Pedro: Die finanzielle Talsohle scheint allmählich durchschritten, nachdem das zum Komplex zählende Hotel, dessen Einnahmen den Fortbestand des Waisenhauses und der angeschlossenen Einrichtungen sichern sollen, schwarze Zahlen schreibt.

Gern erinnern sich die DFC-Mitglieder an die Teilnahme an der Feier des Goldenen Priesterjubiläums des ehemaligen Erzbischofs von Cusco, Monsenor Alcides Mendoza Castro. Als er beim anschließenden Empfang die Leistungen des Dortmunder Freundeskreises Cusco wiederholt hervorhob, bat das anwesende peruanische Fernsehen die Gäste anschließend um ein Interview.

Für die Dortmunder eine gute Gelegenheit, ihr 20-jähriges Engagement und die Intention, die dahinter steht, einem breiten Publikum bekannt zu machen.


23.05.2012
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