„Freundschaftsfest der Kulturen“ in Finnentrop bringt mehr als 700 Menschen zusammen
Im Alltag Grenzen überwinden
Finnentrop. Türkischer Folkloretanz, serbische Trachten, Quarkbällchen aus Kasachstan, frische Reibekuchen, Breakdance und Cheerleader des Kinder-, Jugend- und Kulturhauses: In der Festhalle in Finnentrop passierte genau das, was die Organisatoren geplant hatten – ein „Freundschaftsfest der Kulturen“. Mehr als 700 Teilnehmer sorgten für ein bunt gemischtes Programm. Mit dabei der Pastoralverbund Bigge-Lenne und weitere katholische Vereine und Verbände.
von Barbara Sander-Graetz
„Wir wollen Grenzen überwinden, denn wir wollen zusammenfinden“, nach diesem Motto arbeitet der Arbeitskreis Soziales der „Lokalen Agenda 21“ der Gemeinde Finnentrop, der dieses Fest zum ersten Mal ausrichtete. Neben einem Non-stopp-Bühnenprogramm mit Gesang, Musik und Wortbeiträgen stellten sich auch viele Vereine und Institutionen vor. Besonders gefragt war der Stand des Pastoralverbundes Bigge-Lenne. Über 25 Helfer, Jung wie Alt, kamen mit den unzähligen Besuchern immer wieder ins Gespräch. „Wir sind begeistert von diesem Zuspruch“, sagt Edgar Tilke. Bei ihm konnten die Besucher schätzen, wieviele Cent-Stücke in einem Korb liegen. Nebenan hatten die Besucher die Möglichkeit, Fürbitten in eine Wand zu stecken. Später wurden diese in einem Gottesdienst vorgetragen.
Bei den Kindern war das „Kerzen stemmen“ ein Renner. Wie lange kann ein Messdiener eine Kerze am ausgestreckten Arm halten? Da werden drei Minuten zur Ewigkeit. Vor der Halle konnten Kinder Luftballons als Grüße in alle Welt in den strahlend blauen Himmel steigen lassen. „Kirche von innen – lange nicht mehr gesehen“ hieß eine weitere Aktion. Mehrmals wurden unter diesem Motto Führungen in der benachbarten St.-Johannes-Nepomuk-Kirche angeboten.
In direkter Nachbarschaft präsentierte der Fachdienst für Integration und Migration des Caritasverbandes für den Kreis Olpe einen Querschnitt seiner Arbeit. „Wir wollen das Haupt- und Ehrenamt in Verknüpfung darstellen“, so Fachdienstleiterin Marile Feldmann. „Dabei wollen und müssen wir über unseren Tellerrand schauen.“ Die Caritas nutzt die Möglichkeit, auch ihre Jahreskampagne „Respekt: Alles andere kommt mir nicht in die Tüte“ vorzustellen. „Mit diesem Projekt unter dem Motto ,Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft‘ soll auf die Notlage von Menschen am Rande der Gesellschaft aufmerksam gemacht werden. Sie fordert auf, auch diesen Menschen mit Respekt zu begegnen, offen zu sein, zu lächeln und freundlich zu grüßen“, berichtet Marile Feldmann. Ganz neue Wege geht der Fachdienst auch mit dem „Energiesparprojekt von Migranten für Migranten“. „Wir wollen den Migranten zeigen, dass auch sie hier einen Beitrag leisten können und das können am besten die eigenen Landsleute vermitteln. Sie werden von uns ausgebildet, um ihr Wissen anschließend weiterzugeben.“ Offen waren an diesem Tag alle Besucher für andere Kulturen, Lebensgewohnheiten und Spezialitäten. „Dieses Gefühl müssen wir in das tägliche Zusammenleben bringen“, so die Organisatoren des Tages.







