Aktuelle Ausgabe
2012-20

Katholischer Jugend- und Familiendienst „AufWind“ präsentiert Geschäftsbericht für 2007

Immer mehr Hilfesuchende

Sind zufrieden mit der Arbeit von „AufWind“ (v. l.): Verena Hölken (GFO-Geschäftsführerin), Dr. Sabine Gaspar-Sottmann (AufWind Lennestadt), Andreas Mönig (AufWind Olpe), Heinz Brüggemann (AufWind Attendorn), Albert Hasenau (KSD-Geschäftsführer) und Christoph Becker (Geschäftsführer Caritas Olpe).Foto: Sander-Graetz

Kreis Olpe. Die Nachfrage steigt und steigt. Der katholische Jugend- und Familiendienst „AufWind“ im Kreis Olpe präsentierte nun eine Bilanz des vergangenen Jahres, die eine zunehmende Nachfrage von Eltern nach Beratung belegt.

von Barbara Sander-Graetz

„Die direkte Anfrage nach kompetenter Hilfe für Eltern, Kinder und Jugendliche ist auch im vergangenen Jahr wieder gestiegen“, resümierte Dr. Sabine Gaspar-Sottmann, Leiterin des Jugend- und Familiendienstes AufWind in Lennestadt, für alle drei Standorte. Der Caritasverband für den Kreis Olpe, die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) und der Katholische Sozialdienst (KSD) als Träger legten die Zahlen zur Erfolgsgeschichte AufWind in ihrem Jahresbericht 2007 vor.
Um 70 Prozent ist die direkte Nachfrage durch die Eltern um Unterstützung und Hilfe seit 2001, dem Gründungsjahr von AufWind, gestiegen. Rund 1400 Hilfesuchende fanden den Weg in eine der drei Einrichtungen im Kreis. „Im Vergleich zum Vorjahr waren es nochmals elf Prozent mehr. Es zeigt uns, unser Angebot in Lennestadt, Olpe und Attendorn findet bei den Eltern eine hohe Akzeptanz.“
Drei Gründe für den Erfolg von AufWind führten die Vertreter der drei Träger an. Die Erziehungsberatung sei eine Säule des Angebotes. Um rund 50 Prozent sei in den letzten sechs Jahren die Nachfrage nach diesem Hilfsangebot gestiegen. In den vergangenen Jahren ist eine Zusammenarbeit mit Familienzentren, offenen Ganztagsschulen und verpflichtenden Ganztagshauptschulen hinzugekommen. Eltern, Kinder und Jugendliche erfahren hier individuelle Hilfe rund um das Thema Erziehung.
Zweiter Grund sei die heilpädagogische Frühförderung für entwicklungsverzögerte, behinderte und von Behinderung bedrohte Kinder. Diese machte mit einer Zunahme um 114 Prozent einen gewaltigen Sprung bei der Nachfrage von Elternseite. „Zum einen ist der Bedarf an heilpädagogischer Frühförderung gestiegen“, so Dr. Gaspar-Sottmann, „zum anderen wurden aufgrund veränderter Antragsbedingungen erstmals durchgängig auch Schulkinder gefördert.“
Die Hilfe zur Erziehung, die dritte Angebotssäule, unterteilt das Angebot etwa in „Sozialpädagogische Familienhilfe“ – Familien werden intensiv betreut und begleitet–, sozialpädagogisch betreutes Wohnen – Jugendliche werden beim selbstständigen Wohnen in einer eigenen Wohnung unterstützt – und „Erziehungsbeistandschaft“– Jugendliche werden bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes unterstützt. „In diesem Bereich gibt es unterschiedliche Entwicklungen“, erklären die drei AufWind-Einrichtungsleiter Heinz Brüggemann (Attendorn), Andreas Mönig (Olpe) und Dr. Sabine Gaspar-Sottmann (Lennestadt). „Die Nachfragen nach dem Einsatz der sozialpädagogischen Familienhilfe sind in den letzten beiden Jahren deutlich gestiegen.
Nachdem das sozialpädagogisch betreute Wohnen in den letzten Jahren immer weniger bewilligt worden war, wurde im Jahr 2007 wieder ein Anstieg festgestellt. Bei den „Erziehungsbeistandschaften“, die erst seit 2003 ins Angebot von AufWind sind, ist eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. Hilfen zur Erziehung werden zunehmend für einen längeren Zeitraum bewilligt. Künftig wird die soziale Gruppenarbeit im Kreis Olpe nachgefragt werden. AufWind wird zu den bereits bestehenden, weitere Angebote entwickeln und anbieten.
Auch einen Blick in die Zukunft warfen die Leiter von AufWind. Die starke Zunahme der ambulanten Erziehungshilfe mache eine Strukturveränderung bei AufWind erforderlich. Veränderungen könnten möglicherweise auch in der Jugendhilfe entstehen.
Das niederschwellige Angebot für Familien soll weiterhin ausgebaut werden, ebenso wie die Kooperation mit Ganztagsschulen und Familienzentren. Doch dafür müsse die Ausstattung mit Fachkräften verbessert und eine langfristige Finanzierung gewährleistet werden.


24.05.2012
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