Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kinder in Hagener Gemeinde gestalteten an zwei Nachmittagen ihr eigenes Kunstwerk

Jeden Sonntag ein Stück Hungertuch

30 Kinder waren an zwei Nachmittagen engagiert dabei, ein eigenes Hungertuch zu gestalten. Aschermittwoch wurde es in der Kirche aufgehängt.Fotos: Schulte

Hagen. Ein Jahr lang haben sich die Kinder des 2. und 3. Schuljahres der Goetheschule in Hagen an einem Donnerstag Nachmittag im Monat getroffen, um zu verschiedenen Themen des Kirchenjahres zu arbeiten (der Dom berichtete bereits). In diesem Jahr waren die Treffen sporadischer mit Kindern des 2. bis 4. Schuljahres. Erstes Projekt in dieser Reihe war die Gestaltung eines Hungertuches .

von Susanna Mirzaian

An Aschermittwoch im Schulgottesdienst, war das Hungertuch jetzt zum ersten Mal zu sehen sein. In fünf Bildern stellt es die Sonntagsevangelien der Fastenzeit dar. Bei der Präsentation erhielt jedes Kind ein Blatt mit einer schwarz- weiß Kopie des Hungertuches. Auf der Rückseite befanden sich selbstgeschriebene Texte der Kinder, die die Bilder beschreiben. An jedem Fastensonntag erhalten die Kinder, die zur Kirche kommen nun das zum Sonntagsevangelium passende Farbbild des Hungertuches, das sie an die entsprechende Stelle auf ihre Kopie kleben können.
Die Treffen zuvor waren recht spannend. Langsam füllte sich das Boeler Pfarrheim. 30 Kinder waren der Einladung gefolgt. Sie waren schon ganz neugierig auf das, was sie erwartete. Nach dem Stuhlkreis begrüßte die Gemeindreferentin Susanna Mirzaian die Kinder und zeigt Bilder der beiden Misereor Hungertücher der vergangenen Jahre.
Dann entdeckte die Gruppe gemeinsam, was alles zu sehen ist und wie ein Hungertuch aufgebaut ist. Schließlich strömten die Kinder in den Nebenraum und verteilten sich an fünf Tischen, die mit Wachsdecken bedeckt waren. Auf jedem der Tische lag bereits ein Stück von einem Bettlaken bereit. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen wurde an jedem Tisch eines der Sonntagsevangelien der Fastenzeit gelesen. Eifrig überlegen die Kinder, was gemeint sein könnte und wie sie das Gehörte auf dem Stück Stoff darstellen könnten. Dann wurden die Malkittel angezogen, Farben gemischt und die Pinsel geschwungen.
Zum Schluss erzählte jede Gruppe noch einmal, was sie gemalt hatte. Interessiert fragten die Kinder nach, „was denn ein Handy oder ein Nitendo in der Wüste zu suchen hätten?“
Einige Gruppen waren nach dem ersten Termin bereits sehr weit mit ihrem Tuch, andere die zum Beispiel das große Mittenbild malten, brauchten noch mehr Zeit. Auch am zweiten Donnerstag Nachmittag waren die Kinder wieder vollzählig anwesend. Voller Eifer machten sie sich daran, ihre Bilder zu vollenden. Nach kurzer Zeit war die erste Gruppe mit ihrem Bild fertig. Einige Kinder überlegten sich einen kurzen Text zu ihrem Bild, andere halfen in einer anderen Gruppe mit. Am Ende des Nachmittags waren dann die fünf  Tücher bunt bemalt und jede Gruppe hatte auch noch einen Text zu ihrem Bild verfasst.
Als dann die ersten Eltern trafen zum Abholen im Pfarrheim eintrafen, führten die Kinder sie begeistert zu ihren Bildern. Im Flur erklärte dabei ein Junge seinem Vater, „dass sie nun jeden Sonntag in die Kirche gehen müssen“, denn sonst habe er sein eigenes Bild nicht komplett.


24.05.2012
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