Aktuelle Ausgabe
2012-20

Ausstellung im Kloster Oelinghausen zeigt südwestfälische Wallfahrtstradition

„Jetzt rennet alles nach Werle“

Ein seltenes Stück im Klostermuseum: die spanische Tragemadonna.

Arnsberg. Im Mai beginnt die Wallfahrtszeit – so auch in Oelinghausen. Zwischen 20000 und 30000 Pilger kommen jedes Jahr zur Muttergottes in die Klosterkirche. In diesem Jahr können sie sich ausführlich in einer Ausstellung über die südwestfälische Wallfahrtstradition informieren. 

von Matthias Nückel 

„Die Ausstellung ist in zwei Bereiche gegliedert“, erläutert Werner Saure vom Freundeskreis Kloster Oelinghausen. „Auf der Nonnenempore in der Klosterkirche wird Oelinghausen als Wallfahrtsort gezeigt. Im Klostermuseum sind Exponate zum Thema Wallfahrt in Südwestfalen ausgestellt.“ Eine lange Wallfahrts-tradition zur Gnadenmadonna bezeugen die ausgestellten Bücher wie ein Brevier aus dem Jahr 1768 und ein Messbuch von 1698. „Auch die Messgewänder stammen aus dem Kloster, das älteste ist von 1708“, sagt Fritz Böckenhoff vom Freundeskreis.

Die Heiligenfiguren aus der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts sollen seltene Arbeiten der Paderborner Künstlerin Gertrud Gröninger sein.

Der zweite Teil der Ausstellung mit dem Titel „Wallfahrt – Gleichnis des Lebens, Stärkung für Körper und Seele“ ist im Klostermuseum zu sehen. „Hier gibt es vieles, was südwestfälische Wallfahrer mit nach Hause gebracht haben“, berichtet Karl Baumhoff, der die meisten Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt hat. So findet man Heiligenfiguren, Erinnerungsmedaillen, Gebet- und Liederbücher nicht nur aus den westfälischen Wallfahrtsorten wie Werl, sondern auch aus Altötting, Lourdes oder Fatima. Darunter sind zum Beispiel Rosenkränze, die mit einer Prägung auf einen Wallfahrtsort bezogen sind.

„Wir wollten aber auch an die vegessenen Wallfahrtsorte erinnern, wie die Hubertus-Verehrung in Müschede oder die Wallfahrt zur heiligen Luzia in Rodentelgen, heute Bruchhausen“, berichtet Saure. Zu diesem längst vergessenen Wallfahrtsort gibt es eine Geschichte: Bei der Rodentelgenkapelle wohnte früher ein Einsiedler, der von Spenden der Pilger lebte. Doch vor fast 350 Jahren versiegte die Quelle, denn, so hinterließ er der Nachwelt, „jetzt rennet alles nach Werle“.

Info 

Die Ausstellung wird noch bis zum 27. Juni gezeigt. Öffnungszeiten: samstags und sonntags, 14.00 bis 17.00 Uhr und nach Anmeldung. Eintritt, einschl. Museum: 2 Euro. Zum Thema Wallfahrt gibt es auch in der Klosterkirche einige Vorträge. Am 13. Juni, 17 Uhr,  spricht Prof. Dr. Günter Lange zum Thema „Wallfahrt durch die Klosterkirche“. Am 26. Juni informiert Prof. Dr. Konrad Schmidt über „Pilgern früher und heute“. Am 6. Juli kommt Prälat Max Eugen Kemper, Domherr an St. Peter in Rom, um über „Rom als Pilgerziel“ zu referieren.

 


24.05.2012
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