Die Gottesdienste der „Jungen Kirche Paderborn“ in St. Kilian locken junge Erwachsene an
Jugend rückt Kirche in besseres Licht
Paderborn. Vor vier Jahren startete das Projekt „Junge Kirche Paderborn “ St. Kilian.
von Richard Schleyer
Zwischen 100 und 150 junge Menschen besuchen regelmäßig die Gottesdienste der „Jungen Kirche Paderborn“. Wobei sich als eigentliche Zielgruppe eher junge Erwachsene zwischen 18 und 35 herausgebildet haben, wie Dekanatsjugendreferent Rainer Fromme erläutert. Auch junge Familien mit Kindern kommen gern zu den Jugendgottesdiensten in St. Kilian. „Das ist was für uns und unsere Kinder“, meinten diese, als sie gefragt wurden, was sie nach St. Kilian führe.
Unter den Besuchern finden sich viele Studenten und junge Menschen mit akademischem Hintergrund. „Diese Leute haben einen spirituellen Anspruch!“, betont Fromme. „Das verbietet, diese Jugendgottesdienste lediglich als musikalische Events zu gestalten.“ Jugendgemäße Musik, wie etwa Rock, sei das eine. Aber Fromme sieht darin eher die äußere Form, um diese Klientel in der Sprache ihrer Kultur zu erreichen. „Der Inhalt muss theologischen Tiefgang haben und zugleich zeitgemäß sein.“ Texte der Gebete und Lieder müssten literarisches Niveau erreichen.
Jeden zweiten Sonntag im Monat wird um 18 Uhr in St. Kilian zum Jugendgottesdienst geladen, in der Regel als Eucharistiefeier. „Das erwarten unsere Besucher“, versichert Fromme. Diese suchten das Glaubenserlebnis, die Begegnung mit Gott in der Eucharistie. Und deren Form müsse authentisch bleiben, nicht durch Musik und andere Texte überlagert werden. Trotzdem komme, so Fromme, dem musikalischen Rahmen eine entscheidende Bedeutung zu. „Darüber transportieren wir unsere Inhalte.“ Singen zu Gitarre oder Orgel sei eben nicht der Stil der jungen Leute. „Wir laden uns zu jedem Jugendgottesdienst eine gute christliche Band ein.“ Wobei die Betonung auf „christlich“ liegt. „Die Musik muss rockig sein, die Texte aber müssen unsere Botschaft vermitteln und aus dem Glauben heraus zum Nachdenken anregen.“ Leider, so die Erfahrung des Jugendkirche-Teams, gebe es im katholischen Raum wenig Rockbands. „Da wird diese Art Musik noch als unpassend für den Kirchenraum beargwöhnt.“ Aber Fromme sieht keine Alternative. „Wenn wir Menschen mit Glaubensinhalten musikalisch erreichen wollen, müssen wir uns an den Musikstil halten, den sie in ihrer Freizeit hören.“
Wichtig ist dem Junge-Kirche-Team, dass die Gottesdienstbesucher sich nicht nur als passive Zuhörer und Zuschauer erleben. Sie werden aktiv einbezogen. Zum Beispiel in einem Schriftgespräch zu dem Evangelium mit den jeweiligen Banknachbarn. Oder sie schreiben ihre Gedanken zu dem Verkündigungsimpuls auf und bringen die Zettel nach vorn zum Altar. Auch werden die Fürbitten immer frei formuliert, das Mikrofon wird durch die Kirche gereicht. Und nach dem Gottesdienst sitzen die Besucher im hinteren Teil der Kirche noch zusammen. Dazu werden auch nichtalkoholische Getränke angeboten.
Außer diese Gelegenheit zum Zusammensitzen einzurichten, hat die „Junge Kirche“ für ihre Bedürfnisse im Kirchenraum nicht viel verändert. „St. Kilian soll ja auch weiterhin von der Gemeinde genutzt werden.“ Stolz aber ist Fromme auf die LED-Lichtanlage, die sich die „Junge Kirche“ über Spenden anschaffen konnte. Die taucht St. Kilian für die Jugendkirche in ein besonderes Licht.
Vor vier Jahren hatte sich um den Dekanatsjugendreferenten ein Team zusammengefunden, um das Jugendkirche-Projekt anzustoßen. Das war zunächst nur für zwei Jahre gedacht. „Doch alle wollten damals weitermachen“, erinnert sich Fromme. Wobei solch ein Jugend-Projekt nur von Jugendlichen selber und nicht allein von pastoralen Mitarbeitern getragen werden kann. „Es lebt von den jungen Gesichtern der Mitwirkenden.“
Doch gerade junge Menschen können ihr Engagement oft nicht über mehrere Jahre hinweg planen. Für Fromme und sein Team gilt es daher, immer wieder neue Leute zu gewinnen.







