Aktuelle Ausgabe
2012-20

Katholisches Jugendwerk Förderband Siegen und LEWA Attendorn begingen Josefstag

Jugendliche ohne Lobby

Weihbischof Hubert Berenbrinker nahm am Josefstag in Siegen teil.

Siegen/Attendorn. Der Josefstag wurde auch in der Region Sauer-/Siegerland begangen. Unter dem Motto: „Kennen wir uns?!“  kamen Vertreter aus Politik und Kirche beim Katholischen Jugendwerk Förderband in Siegen zusammen. Die Christliche Arbeiterjugend (CAJ) und die LEWA Attendorn feierten den Josefstag in Zusammenarbeit mit dem Jugendkulturmarkt der CAJ.

Begrüßt wurden in Siegen unter anderem Weihbischof Hubert Berenbrinker, Bürgermeister Steffen Mues, Dechant Werner Wegener, der stellvertretende Landrat Jürgen Althaus und Jens Kamieth (MdL) sowie die Vertreter der Kreistagsfraktionen. Die Lebenswirklichkeit junger Menschen stand im Mittelpunkt des Vormittages.

Zur Eröffnung segnete Weihbischof Berenbrinker die neuen Räumlichkeiten des Vereins in der Friedrichstraße. Er legte in seiner Ansprache großen Wert auf die Notwendigkeit der Unterstützung für benachteiligte junge Menschen: „Für mich geht es um Jugendliche, die kein Gesicht und keine Lobby haben.“ Der Josefstag biete die Gelegenheit, diesen ein Gesicht zu geben.

Die Arbeit in den neuen Büros sei geprägt von einem aufsuchenden Ansatz. Hier gehe man auf die Straße und an die Schulen, dort wo sich die Jugendlichen aufhalten. Berenbrinker wies auch auf das Engagement der Kirchengemeinden und der Mitgliedsverbände des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend hin. Ohne die Unterstützung vor Ort wären viele Maßnahmen nicht umsetzbar. Gleichzeitig appellierte er an die Kommunalpolitiker: „Wir dürfen in der öffentlichen Förderung nicht nachlassen, solch eine wichtige Arbeit abzusichern.“ 

Matthias Vitt, Geschäftsführer des Jugendwerkes, informierte, wie das Projekt JUST und die Kompetenzagentur arbeiten und wie erfolgreich und wirkungsvoll Jugendsozialarbeit sein kann. So konnten im letzten Jahr 71 Prozent der Jugendlichen, die von den Sozialsystemen nicht mehr erfasst wurden, eine Ausbildung oder Arbeit aufnehmen, eine schulische Ausbildung verfolgen oder in einer Maßnahme der Agentur für Arbeit weiterqualifiziert werden.

In Attendorn zogen die Jugendlichen mit einer Nachbildung des Weltjugendtagskreuzes – angeführt von den Diözesanleitern der CAJ Paderborn, Jennifer Thürmer und Jakob Kopec – von der LEWA zum Jugendkulturmarkt. Auszubildende der LEWA hatten aus Metall-Buchstaben den Schriftzug „Verwurzelt in Jesus Christus“ für den Querbalken des Kreuzes angefertigt. 

Vor der Rückkehr zum Gottesdienst in die Hospitalkirche richteten die Jugendlichen in einer Gedenkminute den Blick auf die Opfer der Natur- und Atomkatastrophe in Japan. KAB/CAJ-Bezirkspräses Reinhard Lenz betete mit den Jugendlichen ein vom BDKJ zu diesem Anlass formuliertes Gebet und rief zu Hilfsbereitschaft und Solidarität mit den Opfern auf. „Wir gedenken der vielen Menschen und hoffen, dass ihnen die nötige Hilfe zuteil wird. Die Atom-katas-trophe wird uns noch in den nächsten Jahren beschäftigen.“ Mit diesen Worten schloss sich Lenz der Kritik des BDKJ am „blindem Vertrauen in die Wissenschaft“ und „Fortschrittsglauben, der keine Grenzen und keine Ehrfurcht mehr kennt“ an.

Beim Gottesdienst in der Hospitalkirche warnte Pfarrer Lenz vor einer Entfremdung und Ghettoisierung der gesellschaftlichen Gruppen.


24.05.2012
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