Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kinderschutzbund-Projekt wird in Tagesstätten der Kita Hellweg gGmbH umgesetzt

Katholische Kitas als „Schutzinseln“

Auch die Geschäftsstelle der Katholischen Kindertageseinrichtungen Hellweg gGmbH in der Soester Severinstraße wurde zur „Schutzinsel“ erklärt. Im Bild (v.l.): Ewald Prünte vom Kinderschutzbund, Hans Meyer (Vorsitzender Kinderschutzbund), gGmbH-Geschäftsführer Heinz-Ulrich Rüther und Katharina Kasperkiewicz (Pädagogische Fachbereichsleitung).

Kreis Soest. Sie versprechen Kindern sofortige Hilfe und fungieren als Ansprechpartner in Not – die sogenannten Schutzinseln des Deutschen Kinderschutzbundes. Vom einfachen Pflaster, einem verpassten Schulbus über das verloren gegangene Handy oder das Pausengeld bis hin zur akuten Bedrohung oder Verfolgung: Das Prinzip der Schutzinseln ist ebenso einfach wie genial. An den Eingangstüren oder Schaufenstern der beteiligten Geschäfte und Institutionen prangt das bunte Schutzinsel-Logo. Für Jungen und Mädchen ein wichtiger Hinweis darauf, dass ihnen darin geholfen wird. Mit den angeschlossenen Kitas der Katholischen Kindertageseinrichtungen Hellweg gGmbH (zum neuen Kindergartenjahr im August werden es bereits rund 30 Kitas sein) stehen hilfesuchenden Kindern nun weitere zentrale Anlaufstellen im Kreis Soest zur Verfügung. 

 

Große Freude über die ersten Kindertagesstätten, die sich in den Schutzinsel-Pool einreihen, herrscht auch und vor allem beim Vorsitzendes des Kinderschutzbundes im Kreis Soest, Hans Meyer: „Sie sind die ersten, die dafür sorgen werden, dass das bunte Schutz-insel-Logo von klein auf gelernt wird und im Gedächtnis der Kinder haften bleibt.“ Das sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, so Meyer – und noch mehr. Denn das Schutzinsel-Projekt solle nicht bloß Kindern in Not helfen. Vielmehr möchten die Verantwortlichen mit der Aktion auch Aufmerksamkeit erregen und Erwachsene für Themen wie „Gewalt gegen Kinder“, Schutz- und Pflichtfunktionen der Älterengeneration sensibilisieren. 

Heinz-Ulrich Rüther, Geschäftsführer der Katholischen Kindertageseinrichtungen Hellweg gGmbH, sieht in dem Projekt ebenfalls nur Vorteile, eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten: Aufklärung beginne nun einmal bereits in der Kindertagesstätte. Gerade dort tummelten sich die Schulkinder von morgen. Nachteile seien auch bei kritischem Blick auf das Projekt nicht auszumachen, zumal ein Beitritt kostenlos ist und keine weiteren Verpflichtungen auslöst. „Unsere Einrichtungen erklären sich lediglich bereit, Kinder nicht abzuweisen, sondern in einem kurzen Gespräch auf die Hilfebedürftigen einzugehen und dann gegebenenfalls Eltern, Polizei, einen Notarzt oder das Jugendamt anzurufen.“ Das sei nicht etwa eine Belastung, sondern ohnehin der Anspruch katholischer Einrichtungen und auch Bürgerpflicht. Nicht mehr und nicht weniger, so Rüther.

Angestoßen von dieser ersten erfolgreichen Zusammenarbeit möchte die Katholische Kindertageseinrichtungen Hellweg gGmbH in Kooperation mit dem Kreisjugendamt sowie dem Kinderschutzbund im Kreis Soest im laufenden Jahr noch ein weiteres Zeichen setzen. So sei ein Aktionstag zu Themen wie „Gewalt gegen Kinder“, Kinderarmut und auch Kinderrechte angedacht, so Rüther.

 

Info

Das Projekt Schutzinsel lebt von der Beteiligung der in den Städten ansässigen Einzelhändler, Gewerbetreibenden und Institutionen. Getragen wird die Aktion vom Deutschen Kinderschutzbund sowie von örtlichen Partnern. Die Beteiligung ist kostenlos. Jederzeit kann die Beteiligung beendet werden. Hierzu reichen die Entfernung des Logo-Aufklebers und eine formlose Mitteilung an den Kinderschutzbund. Weitere Infos beim Kinderschutzbund, Kreisverband Soest, Tel.: 02921/3549116.

 

 


24.05.2012
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