Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kindergärten haben sich auf den Weg zum Gütesiegel gemacht / Ein Schatz im Aktenordner

Katholisches Profil zeigen

Die Qualitätshandbücher fest in der Hand: Zehn Kindergärten haben mit Fachberaterin Inge Schlottmann (rechts) und Qualitätsmanagerin Dr. Bärbel Schlummer ihr Profil erarbeitet.Foto: -si

Brakel/Warburg/Paderborn. „Das sind ja wir, das ist unsere Arbeit, die in diesen Ordnern steckt und kein totes Kapital“, macht Ulrike Kruse aus dem Kindergarten St. Michael in Brakel deutlich, welchen „Schatz“ sie da nach zwei Jahren in der Hand hält. Mit neun anderen Kindergärten hatte sich ihre Einrichtung auf den Weg gemacht, das KTK Gütesiegel zu erlangen. Dabei ging es vor allem darum, das katholische Profil ihres Kindergartens herauszuarbeiten. Ergebnisse, Arbeitsanleitungen, Vorgehensweisen und Kontrollbögen, all das hat jetzt jeder Kindergarten individuell erarbeitet und in einem Aktenordner gebündelt.

von Christian Schlichter

Wie wird Glaube in der Einrichtung vermittelt? Wie steht der Kindergarten zur Kirchengemeinde, was gibt es für Kontakte, wie leben sie? Wie funktioniert die Qualitätssicherung und -entwicklung in der Einrichtung? Antworten auf all diese Fragen, insgesamt neun Einzelbereiche, haben die Leitungen der zehn Kindergärten aus dem Dekanat Höxter in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet. Immer unter Anleitung von Caritas-Fachberaterin Inge Schlottmann und Qualitätsmanagerin Dr. Bärbel Schlummer.
Nicht ungeübt waren die engagierten Leiterinnen mit ihren Mitarbeiterinnen an das Thema Qualitätssiegel herangegangen. Haben doch alle Einrichtungen längst ein Leitbild oder sogar zuvor Konzeptionsentwicklung betrieben. „Wir haben gezielt mitgemacht, weil wir unser Profil festschreiben wollten, aber auch, um unsere Arbeit zu überdenken“, erinnert sich Andrea Korte aus Lemgo an den Kursbeginn. Und auch Christel Wamers aus dem Charvin Stift in Warburg ist nicht ganz unerfahren in die Qualitätsentwicklung eingestiegen. Viel Arbeit sei es gewesen, aber auch ganz viele Beteiligte hätten mitgemacht. Die Kirchengemeinde als Träger sowie die Eltern hätten den ganzen Prozess begleitet.
Diese Begleitung war wichtig. Denn nicht alle Arbeitsschritte in den rund 20 Tagen Fortbildung plus der ganzen Nachbearbeitung konnten ohne Auswirkungen auf den Kindergartenalltag stattfinden. Dazu war viel Verständnis von Eltern notwendig, auch die Bereitschaft zur ein oder anderen „Notgruppe“. Doch dafür habe es auch eine Menge Gewinn gegeben, verweist Margret Struck aus St. Joseph in Bredenborn auf die Arbeit. „Das katholische Profil ist nicht nur gestärkt, es ist auch bewusster geworden“, sagt sie.
„Wir tun mit den Kindern eine Menge, aber es geht darum, wie wir das tun“, beschreibt das Qualitätsmanagerin Dr. Bärbel Schlummer. Was letztlich, wenn die erarbeiteten Dinge aus den Ordnern umgesetzt würden dazu führe, dass „eine katholische Einrichtung doch eine ganz andere Dimension hat, als eine städtische Einrichtung“, ist sich Margret Struck sicher.  Während sich Silvia Salzner bereits freut: Durch die zwei Jahre seien viele Grundlagen gelegt worden, die künftig die Arbeit erleichtern würden, weiß sie als Trost für das lange Engagement.
Mit der jetzt verliehenen Urkunde wird den Einrichtungen die Teilnahme an der Fortbildung bescheinigt, eine Zertifizierung mit dem Gütesie­gel könnte nun folgen.


24.05.2012
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