Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die Pfarrkirche St. Bartholomäus in Bielefeld-Senne feiert 50. Geburtstag

Kein Provisorium mehr

Die Pfarrkirche St. Bartholomäus steht seit 50 Jahren in Bielefeld-Senne.

Bielefeld-Senne. Fünfzig Jahre sind für eine Kirche eine vergleichsweise kurze Zeitspanne. Doch für die Menschen, die mit der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Bielefeld-Senne aufgewachsen sind, bedeuteten die 50 Jahre ihres Gotteshauses eine lange Zeit, wie Gemeindepfarrer Richard Hesse betont. Daher feiert die Bielefelder Gemeinde das erste größere Jubiläum der Kirchweihe derzeit mit einer ganzen Festwoche.

Schon 1928 begann die Geschichte der Gemeinde St. Bartholomäus. Damals kaufte die katholische Kirchengemeinde Brackwede ein größeres Grundstück in Bielefeld-Senne, um dort ein Gotteshaus für die Senner zu errichten und die eigene Gemeinde zu entlasten. Doch zu einem Kirchenbau sollte es lange Zeit nicht kommen, denn die finanziellen Mittel fehlten.  Als Notlösung wurden Haus und Werkstatt von Schlossermeister Albert Schuster erworben und 1931 zu einer Kapelle umgebaut. Das „Provisorium“ hatte 24 Jahre Bestand und wurde in den Folgejahren mit Seitenaltären und einer Orgel ausgestattet. Sogar ein Jugendheim wurde hinter der Kapelle errichtet.
Gleichzeitig mehrte sich der Wunsch, von den Brackwedern unabhängig zu sein. 1955 war es dann endlich so weit, am 1. August wurde St. Bartholomäus zur selbstständigen Pfarrvikarie. Noch im gleichen Jahr schenkte die Firma Windel-Textil der Gemeinde ein 4500 Quadratmeter großes Grundstück an der heutigen Windelsbleicher Straße.   
Der Kirchenvorstand beschloss, die Schenkung anzunehmen, auch wenn die feuchten Bodenverhältnisse und der Fließsand ein besonderes Fundament erforderten. Die teils mühevollen Planungen begannen und im Januar 1957 beschloss der Kirchenvorstand den Bau einer Kirche mit Pfarrhaus. Das Erzbischöfliche Generalvikariat genehmigte den Bau in Höhe von 455000 Mark. Im April 1957 war Baubeginn des 35 Meter langen und 19 Meter breiten Gotteshauses. Die Grundsteinlegung war am 24. August 1957, dem Festtag des heiligen Bartholomäus. Knapp ein Jahr später, am 10. Juni 1958, weihte der damalige Erzbischof Dr. Laurentius Jäger die Kirche ein. Doch zu dem Zeitpunkt fehlten noch die Glocken. Diese wurden erst knapp sechs Wochen später eingebaut. In den Folgejahren wurde die Kirche einige Male umgestaltet. So wurde der Altarraum verschönert, neue Fenster eingebaut, ehe in den 1980er-Jahren eine umfangreiche Sanierung notwendig wurde, die mit knapp einer Million Mark mehr als das Doppelte der Baukosten betrug. 1991 wurde St. Bartholomäus zur Pfarrei.
Die Festwoche anlässlich des diesjährigen Jubiläums startete am vergangenen Sonntag mit einem Pontifikalamt mit Weihbischof Manfred Grothe, bei dem die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt wurde. Der eigentliche Weihetag am Dienstag, 10. Juni, stand ganz im Zeichen des Ehrenamtes. Nach einem Festhochamt waren die ehrenamtlichen Gemeinde-Mitarbeiter zu einem Dankeschön-Abend geladen. Einem Orgelkonzert am Mittwochabend mit Dekanatskantor Georg Gusia folgt an diesem Sonntag, 15. Juni, um 10.30 Uhr ein Festhochamt. Statt der Predigt wird dabei die Kinderkantate „Ein neuer Mensch – Zachäus“ aufgeführt. Mit einem Pfarrfest rund um die Kirche endet die Jubiläumswoche. Ruth Lakenbrink


24.05.2012
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