Wie Schüler in Unna sich für andere einsetzen
Kinder bringen ihre Talente ein
Unna-Massen. Weit weniger Arbeit im Haushalt als sonst hatten während der Fastenzeit viele Menschen in Unna-Massen. Wie bereits in den vergangenen Jahren wurde ihnen das Aufräumen, Putzen oder auch Kuchen backen von kleinen Helfern abgenommen. Dafür baten die Grundschüler der Sonnenschule lediglich um eine kleine Spende, mit der sie eine Aktion von Misereor unterstützen wollten: Kinder helfen mit ihren „Talenten“ Kindern in Burkina Faso, einem kleinen Staat in Westafrika.
von Birger Berbüsse
„Die Aktion soll den Kindern deutlich machen, dass sie auch in ihrem Alter unsere Welt gestalten können“, beschreibt Roswitha Göbel-Wiemers die Absicht des Projekts. Die 58-jährige Lehrerin ist die Initiatorin der Talente-Aktion an der Sonnenschule. Seit 1972 engagieren sie und ihr Mann sich in der „Eine-Welt“-Arbeit der St.-Ewaldi-Gemeinde in Dortmund-Aplerbeck. Mit vielen verschiedenen Aktionen und Spenden wird die Partnerschule der Gemeinde in Brasilien unterstützt. Dazu gehören unter anderem die Sternsinger, aber auch der weithin bekannte Bücherflohmarkt.„Uns geht es aber nicht einfach nur darum, Geld zu sammeln, sondern bei den Menschen auch das Bewusstsein zu schaffen: bei uns muss sich etwas ändern“, so die engagierte Katholikin.
Durch diesen bereits über drei Jahrzehnte währenden Einsatz hat die Grundschullehrerin natürlich engen Kontakt zu Misereor. „Das habe ich dann auch mit in die Schule gebracht“, sagt sie. Und betont, dass die Sonnenschule in Unna-Massen auch zuvor schon bei der jährlichen Misereor-Fasten-Aktion mitgemacht habe. Vor sechs Jahren aber hörte Roswitha Göbel-Wiemers dann von der Misereor-Talente-Aktion, deren Erlös demselben Zweck zufließt. Der Gedanke dahinter ist, dass die Kinder bei Eltern, Nachbarn und Verwandten ihre Talente einsetzen und dafür eine kleine Spende in ihr Sammeldöschen bekommen.
„Dadurch lernen die Kinder, dass sie groß und stark sind und auch schon etwas in dieser Welt bewegen können“, zeigt sich Göbel-Wiemers ganz begeistert. Und so führte sie die Aktion zunächst nur in ihrer Religions-Klasse ein. Doch von da schwappte die Begeisterung der Schüler schnell über, sodass mittlerweile die ganze Schule an der jährlichen Aktion teilnimmt. „Gewissermaßen hat sich dieses Projekt einfach an unserer Schule eingeschlichen“, schmunzelt die Lehrerin. Nun sei es aber gar nicht mehr wegzudenken. So auch in diesem Jahr.
Kurz nach Aschermittwoch gab es eine Informationsveranstaltung, auf der auch Dias aus Burkina Faso gezeigt wurden. Die 200 Schüler sollten ganz genau wissen, wofür sie „arbeiteten“: Den Kleinbauernfamilien soll mit künstlichen Seen geholfen werden, die immer längeren Trockenzeiten zu überstehen. Danach bekamen die Kinder noch die Sammeldosen aus Pappe und einen Talente-Pass, in dem sie über ihre Aktivitäten und Einnahmen Buch führen. Und da stand später so einiges drin: Neben den üblichen Haushaltsdiensten seien Hundeausführen und Altpapier sammeln äußerst beliebt, weiß Göbel-Wiemers. Gartenarbeit falle aufgrund der Jahreszeit dagegen nicht viel an.
Und falls manche Schüler ihre Talente nicht so oft einsetzen können, dann helfen auch mal die Lehrer nach: Beispielsweise habe eine Lehrerin, bei der zu Hause gebaut wurde, in der Schule ganz locker zum Schutt abtragen eingeladen. „Die konnte sich nachher vor Helfern gar nicht retten“, lacht ihre Kollegin Göbel-Wiemers. Sie hat sich von Schülern auch schon mal ihr Fahrrad putzen lassen. Eine groß angelegte gemeinsame Aktion der Kinder gab es in diesem Jahr auch: Sie putzten die Fensterscheiben von Autos (der DOM berichtete).







