Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die Kirchengemeinden in Büren laden zum „Tag der Kirchen“ ein

Kirche als Erlebnis

Büren (jon). „Kirche muss Freude machen“, sagt Pfarrer Peter Gede. Deshalb laden die katholischen und evangelischen Gemeinden in Büren an diesem Sonntag, 19. Oktober, von 14 bis 18 Uhr, zu einem „Tag der Kirchen“ ein. In 13 katholischen und evangelischen Kirchen und Kapellen im Gebiet des Pastoralverbundes Büren-Süd machen mehr als 150 Ehrenamtliche originelle Angebote, alle unter dem Motto „Wir sind Kirche – Du bist Kirche“.

Die Idee kam Pfarrer Peter Gede, als er bei einem Besuch in Wiesbaden eine „Nacht der Kirchen“ erlebte. „Das müssten wir auch machen“, dachte er sich und schlug dies im Pfarrgemeinderat seiner Gemeinde St. Nikolaus in Büren vor, um auch Fernstehende in die Kirchen zu locken. Der war „sofort  Feuer und Flamme“, erzählt Stefan Atorf vom „Sachausschuss Liturgie“ des Pfarrgemeinderates. Doch um dieses besondere Erlebnis auch für Familien und Kindern zu öffnen, machte man daraus einen „Tag der Kirchen“. Als der Pfarrgemeinderat die Idee auch den Räten der anderen Gemeinden des Pastoralverbundes und den beiden evangelischen Gemeinden vorschlug, stimmten die ebenfalls sofort zu. Überall setzten sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kirchengemeinden zusammen, um für ihre Kirche oder Kapelle ein Angebot zu entwickeln.
Und das kann sich sehen lassen. So wird in den beiden Kirchen der Bürener Gemeinde St. Nikolaus eine Kinderkirche (in der Pfarrkirche) und eine Jugendkirche (in der Jesuitenkirche) angeboten. Federführend für die Programme dort sind die entsprechenden Sachausschüsse des St.-Nikolaus-Pfarrgemeinderates. Die evangelischen Kirchengemeinden bieten in der Bürener Erlöserkirche eine „Bibelkirche“ an, mit Pflanzen, die aus der Bibel bekannt sind, zum „Schmecken, Fühlen, Sehen und Hören“, versprechen sie. In Ringelstein geht es dagegen „klassisch“ zu: mit Meditation. St. Birgitta in Weiberg wird zur „Engelkirche“, unter anderem mit einer Engelausstellung. Dort wird dann natülich auch der „Engel des Herrn“ gebetet. St. Michael in Weine nimmt die gelegentlichen Überschwemmungen der Kirche durch die vorbeifließende Alme zum Anlass, eine „Wasserkirche“ vorzustellen, bei der es um das Thema Taufe geht. Angebote für Kinder gehören natürlich dazu.
St. Vitus in Hegensdorf präsentiert sogar die Uraufführung eines religiösen Volks- und Kindertheaters. Das Stück aus der Feder von Vikar Christian Laubhold präsentiert die Legende um das Hegensdorfer Kreuz, das vor mehr als 750 Jahren im Wald von Kindern gefunden wurde. In Siddinghausen stellt der Pfarrgemeinderat seine Kirche als die älteste im Pastoralverbund bei geistlichen Führungen in den Mittelpunkt, Barkhausen wird zur „Begegnungskirche“. Ganz direkt um den Segen Gottes geht es in der Kirche St. Nepomuk in Harth. Dort stehen Pastor Olaf Loer und Vikar Daniel Robbert bereit, um einen persönlichen Segen zu spenden, wie auch Segen für Fahrzeuge, Spielzeug oder Andachtsgegenstände.
Der „Tag der Kirchen“ bietet auch die Gelegenheit, selten geöffnete Kapellen zu sehen, etwa die Kirche des Guts Holthausen, wo die „Schwestern Unserer Lieben Frau“ Tagzeitengebete und der Freiherr von Fürstenberg Führungen anbieten. Die Kreuzkapelle am Kapellenberg wird zur „Lichtkirche“, die Sakramentskapelle lädt ein zum Schmunzeln: mit einer Reihe von Cartoons zum Thema Kirche.
Besonderer Clou: Wer kein Auto hat, kann im Pfarrbüro eins von 16 „Kirchentaxis“ bestellen (Tel. 0 52 51 / 9 11 93). Eröffnet wird der Nachmittag mit Glockengeläut aller Kirchen, beendet mit einem ökumenischen Gottesdienst um 18.30 Uhr in der Jesuitenkirche. Anschließend präsentiert dort die Kabarettistin Kathrin Heinrichs amüsante Einblicke in das Gemeindeleben.
Pfarrer Peter Gede erhofft sich von der Aktion vor allem eine Belebung der Gemeinden, kann sich aber durchaus vorstellen, dass der „Tag der Kirchen“ auch Vorbild für andere Pastoralverbünde in der Diözese sein könnte.


24.05.2012
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