Aktuelle Ausgabe
2012-20

Mehr Gläubige als an Weihnachten besuchten bei Rüthener Aktion die Gotteshäuser

Kirche einmal anders erleben

Das Licht spielte eine besondere Rolle, es verband die Gotteshäuser und Weghäuschen in der Nacht der Kirchen in Rüthen.Foto: la

Rüthen. Die Freude und Erleichterung ist Marian Krüper förmlich anzusehen, als gegen 1.30 Uhr nachts die letzten Gläubigen die Rüthener St.-Nikolaus-Kirche verlassen. Nach vier Stunden Taizéandacht ist auch in der Bergstadt die „Nacht der offenen Kirchen“ im Pastoralverbund Rüthen zu Ende. Und der 20-jährige Marian Krüper, der zusammen mit Pastor Andreas Neuser die Hauptorganisation des Glaubensevents im Pastoralverbund hatte, weiß schon jetzt, dass die Aktion ein voller Erfolg geworden ist.

von Dirk Lankowski

Mehr Gläubige als an Weihnachten strömten in die Kirchen und Kapellen des Pastoralverbundes und erlebten die verschiedensten meditativen, kreativen, künstlerischen und musikalischen Glaubensprojekte. Allein in die eingerichtete Taizé-Kirche in Rüthen kamen über 700 Besucher, „aber sogar die Kirchen in den kleinen Kapellengemeinden waren gut besucht“, freute sich der junge Katholik.
„Alle waren begeistert, die Arbeit hat sich wirklich gelohnt“, strahlt Marian Krüper und erinnert sich an die viele Vorbereitungszeit und auch an Unsicherheiten vor der Aktion. „Ich hatte gehofft, dass so viele kommen, aber damit wirklich gerechnet hatte ich nicht.“ Der Erfolg gibt ihm jedoch Recht: „Mit diesem Projekt war die Kirche anders zu erleben, das zieht natürlich mehr Gläubige an, als der normale Gottesdienst am Sonntag“, so Krüper.
Dabei kamen Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen auf ihre Kosten. Während beispielsweise die Taizé-Kirche in Rüthen und die afrikanische Nacht „Wa lala po“ in Drewer vor allem Jugendliche lockten, wurden in Kellinghausen von Kindern Osterkerzen gestaltet. In anderen Kirchen konnten traditionelle liturgische Angebote wahrgenommen werden, wie ein „Kreuzweg durch das Dunkel zum Licht“ in Hoinkhausen oder die Entdeckung von Sakramenten mit allen Sinnen in Meiste oder Oestereiden.
Die ganze Aktion wurde nur von Ehrenamtlichen getragen, rund 200 Freiwillige aus den Pfarrgemeinden hatten sich beteiligt. Ein Schwerpunkt wurde in dieser Nacht auf das Licht gelegt, alle Gotteshäuser waren angestrahlt und von innen besonders beleuchtet. Aber auch unterwegs, wenn Teilnehmer mit dem Auto von einer Kirche zur nächsten eilten, sah man zwischen den Feldern und Wäldern kleine leuchtende Flecken: Die zahlreichen Heiligenhäuschen waren mit vielen Kerzen bestückt worden. „Vielfach ist die Feuerwehr auch eingesprungen“, weiß Marian Krüper von einigen Dörfen zu berichten, in denen die Kirchen normalerweise nicht angestrahlt werden.
Trotz des Aufwandes für die äußere Gestaltung gelang den Ehrenamtlichen eine vielseitige inhaltliche Ausgestaltung. Während einige Kirchengemeinden ihren Patron zum Thema machten, beispielsweise in Hemmern „Mutter Anna“ in einem Interview befragten, rückte in Drewer die Not in Afrika in den Mittelpunkt. Drei junge Katholiken aus dem Dorf berichteten über ihre Erlebnisse als Missionare auf Zeit und entführten, musikalisch begleitet von einer afrikanischen Trommelgruppe, so nach Namibia oder Ghana.
Dass die Nacht der Kirchen vermutlich erst in fünf Jahren wieder angeboten wird, damit rechnet Marian Krüper. „Irgendwann wird es wohl eine Wiederholung geben.“ Erfolgreiche Elemente sollen aber bereits jetzt fortgeführt werden. „Wir wollen einzelne Projekte dauerhaft übernehmen“, wie Taizéandachten.


24.05.2012
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