Bildungsstätte St. Bonifatius in Elkeringhausen weiht neues Pilgerhaus ein
„Kirche in Bewegung“
Winterberg-Elkeringhausen. Es ist noch gar nicht offiziell eingeweiht, aber an den Wochenenden schon bis Jahresende ausgebucht: das neue „Pilgerhaus am Rothaarsteig“ der Bildungsstätte St. Bonifatius in Elkeringhausen. Am Sonntag feiert die älteste Bildungsstätte des Erzbistums Paderborn die Einweihung und ihr 80-jähriges Bestehen mit einem „Tag der offenen Tür“.
von Markus Jonas
Anlass für den Termin der Festlichkeiten ist der „Namenstag“ der Bildungsstätte: Das Fest des heiligen Bonifatius wird am 5. Juni gefeiert. Das aus diesem Anlass veranstaltete Bonifatius-Forum mit der christlichen Schriftstellerin Andrea Schwarz ist zwar schon ausgebucht, die Lesung aus ihrem Santiago-Buch „Die Sehnsucht ist größer“ am Vorabend der Pilgerhaus-Einweihung ist aber für jedermann offen.
Das neue Pilgerhaus ist auch das älteste der Bildungsstätte. 1929 wurde es errichtet, diente bis zuletzt als Wohnhaus des Direktors und seiner Familie. Als Heinrich Hupe im vergangenen Jahr nach 32 Jahren in Ruhestand ging und der geistliche Rektor Ullrich Auffenberg seinen Posten mit übernahm, fiel die Entscheidung, aus dem Direktorenhaus ein „Pilgerhaus am Rothaarsteig“ zu gründen. Der führt nur 1 500 Meter an der Bildungsstätte vorbei, dient zudem als Jakobspilgerweg. Viele Wegstationen, Gipfelkreuze, Kapellen oder Bergseen laden zum Verweilen und zum Gebet ein. Da lag es nahe, den Pilgern ein „spirituelles Angebot“ zu machen, übrigens das einzige auf dem 180 Kilometer langen Wanderweg. Doch einen Haken hat die Sache, gesteht die stellvertretende Leiterin Silke Otte. Zunächst habe man das Pilgerhaus für sich selbst versorgende Gruppen geöffnet, etwa Wandergruppen, Gemeinde-, Kinder- oder Jugendgruppen. Auf spontane Einzelpilger ist man personell noch nicht so recht vorbereitet. Das soll sich aber ändern, spätestens wenn das Pilgerhaus im neuen Unterkunftsverzeichnis für den Rothaarsteig erscheint.
Inzwischen hat das neue Pilgerhaus mit seinen 32 Betten einen ersten Härtetest schon bestanden. Vier Schulklassen sind dort schon untergekommen, zuletzt fand dort ein Vater-Kind-Wochenende statt. Das Pilgerhaus und auch die zu Ostern erstmals eröffnete Zeltkirche bilden eine gute Ergänzung zur übrigen Arbeit der Bildungsstätte, die sich vor allem an Menschen in Lebensumbrüchen und Krisen richtet, findet Direktor Ullrich Auffenberg. Er beklagt, dass die Kirche zu sehr von Strukturfragen dominiert werde. „Wir brauchen heute wieder eine Kirche in Bewegung“, ist er überzeugt.







