Der Ständige Diakon hat die Entwicklung des Paderborner Stadtteils „Auf der Lieth“ mitgeprägt
Kirchplatz nach Josef Spiegel benannt
Paderborn. Der Platz vor der Kirche St. Hedwig im Paderborner Osten heißt nun Josef-Spiegel-Platz. Diakon Josef Spiegel hat die Gemeinde in dem vor 25 Jahren neu entstandenen Viertel mit aufgebaut und geprägt.
von Richard Schleyer
Der Paderborner Stadtrat hatte auf Antrag des Heimatvereins und einer Initiative von Lieth-Bewohnern der Umbenennung dieses Teils der Hardehauser Straße zugestimmt. Nun enthüllte Pfarrer Benedikt Fischer offiziell das neue Straßenschild, auf dem die Person Josef Spiegels folgendermaßen erklärt ist: „Josef Spiegel (1927-2007), Professor, Diakon. Förderte entscheidend den Aufbau der Pfarrei St. Hedwig“
„Josef Spiegel war eine Persönlichkeit, die Menschen zusammenbrachte“, so charakterisierten Pfarrer Fischer und Hans Werner Westhoff vom Lieth-Ausschuss den Diakon, der sich um die soziale Struktur des neuen Stadtteils verdient gemacht hatte, in dem damals viele Spätaussiedler eine neue Heimat fanden. Spiegel sprach die Neuzugezogenen an und besuchte alle Gruppen. Er führte interessierte Bürger im Lieth-Ausschuss zusammen und überlegte mit ihnen, was der neue Stadtteil an sozialen Initiativen brauchte. Er unterstützte dann die Gründung der Pfadfindergruppen für die Jugend, kümmerte sich intensiv um Eltern und Kinder im Hedwigskindergarten, organisierte Familienfreizeiten. Er gewann Erwachsene und auch Ältere für Liturgiegruppen, die Andachten, Familien- und Kindergottesdienste mitgestalteten. Junge Familien und ältere Spätaussiedler sollen sich gleichermaßen in der neuen Gemeinde zu Hause fühlen, die 1992 von Maria zur Höhe abgetrennt und eine selbstständige Pfarrei wurde.
Josef Spiegel taufte das erste Kind auf der Lieth. Und weil sich damals so viele erwachsene Spätaussiedler taufen lassen wollten, baute Diakon Spiegel, gelernter Lehrer und Professor für Religionspädagogik, ein Taufkatechumenat auf, in dem er die alten jungen Christen ein Jahr auf die Taufe vorbereitete. Er schulte Lektoren und Erstkommunionkatecheten, gründete und betreute die Messdienergruppen. „Er war ein kleiner großer Mann, der zuhören konnte und in seiner bescheidenen Art andere motivierte und anstieß, mitzuwirken und ebenfalls initiativ zu werden.“ So charakterisiert Hans Werner Westhoff den am Ostermontag 2007 verstorbenen Diakon, der sein Amt in der Kirchengemeinde zunächst neben dem Beruf her und dann als vielbeschäftigfter Pensionär versah.
Josef Spiegel ist Jahrgang 1927 und gebürtiger Dortmunder. Er wurde Lehrer und war in der Diözese Limburg in der Religionslehrer-Ausbildung tätig. In Limburg wurde er 1970 auch zum Diakon geweiht, er gehört somit zu den ersten Männern, die in Deutschland das Amt des Ständigen Diakons ausübten. 1972 wurde Josef Spiegel als Professor an die Katholische Fachhochschule in Paderborn berufen. Er prägte auch die Ausbildung der Ständigen Diakone im Erzbistum Paderborn entscheidend mit.
Nun tragen die Gebäude am Kirchplatz St. Hedwig die neue Adresse „Josef-Spiegel-Platz“. Die Nr. 1 bildet die Hedwigskirche, Nr. 3 ist das Pfarrheim, Nr. 5 der Hedwigskindergarten und Nr. 7 das Pfarrhaus. Und am Turm der Hedwigskirche prangt ein großes Schild „Josef-Spiegel-Platz 1-7“. Dieses Schild hing schon einige Zeit vor der öffentlichen Straßenschildenthüllung, musste der Postbote doch wissen, wo er die pfarramtliche Post einzuwerfen hatte. Zu jener Zeit, als Diakon Spiegel die Gemeinde aufbaute, stand die Hedwigskirche allerdings noch nicht. Anfangs fanden die Gottesdienste im Saal des Pfarrheims statt, in einer sehr familiären und offenen Atmosphäre. Diese hat sich die Lieh-Gemeinde aber bis heute erhalten.







