Aktuelle Ausgabe
2012-20

Caritas-Stromspar-Check im Kreis Soest zieht positive Bilanz

Klimaschutz lokal erfolgreich

Fast 3 000 Kilogramm CO2 spart im Schnitt jeder Haushalt ein, der sich am Stromspar-Check der Caritas beteiligt hat. Diese Menge entspricht den CO2-Emissionen eines deutschen Mittelklassewagens auf fast 19 000 Kilometern, veranschaulicht Projektleiter Axel Reuter: „Mit unserer langfristig bereits erzielten CO2-Einsparung könnte man rund über sechs Millionen Kilometer weit fahren. Das wäre rund 160-mal um die gesamte Erde.“ Foto: privat

Soest. Auf ein Jahr erfolgreicher Arbeit blickt der Stromspar-Check der Caritas im Kreis Soest zurück. „Die Zahlen, die jetzt auf dem Tisch liegen, haben uns selbst überrascht.“ Projektleiter Axel Reuter ist ganz begeistert von den Erfolgen des Projektes. Denn den Mitarbeitern des Stromspar-Checks ist es gelungen, durch die Beratung von einkommensschwachen Haushalten im gesamten Kreis Soest rund 1 000 Tonnen des „Klimakillers“ Kohlendioxid einzusparen.

Die Mitarbeiter des Stromspar-Checks sind arbeitslose Menschen, die Unterstützung nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch erhalten und sich im Rahmen dieses Projekts für eine Tätigkeit auf dem normalen Arbeitsmarkt qualifizieren sollen. Die Finanzierung des Projekts erfolgt über die „Arbeit Hellweg Aktiv“ (AHA) sowie die Arbeitsgemeinschaft der Kreisverwaltung Soest und der Agentur für Arbeit Soest zur Umsetzung des Sozialgesetzbuches II.
Vorbereitet durch eine intensive Schulung besuchen die „Stromspar-Checker“ einkommensschwache Haushalte, die Energie und Kosten sparen wollen. Dafür werden bei zwei Besuchen vor Ort konkrete Maßnahmen zur Ener­gieeinsparung vorgeschlagen.
Ergänzend zu dieser Beratung erhielten 350 Haushalte im Kreis Soest kostenlose Ener­giesparhilfen im Wert von jeweils bis zu 70 Euro, damit sie direkt mit dem Sparen beginnen können. Im Schnitt erreichen die besuchten Haushalte dadurch Einsparungen an Strom- und Wasserkosten von 200 Euro pro Jahr.
Langfristig wird es allein in den bisher schon besuchten Haushalten zu Einsparungen von fast 700 000 Euro kommen, wenn man dabei die Langlebigkeit der eingesetzten Energiesparartikel berücksichtigt. „Dass diese Zahlen realistisch sind“, erläutert der Projektleiter Axel Reuter den Hintergrund, „ist durch eine wissenschaftliche Studie abgesichert.“ In dieser Studie sei das in Frankfurt bereits seit dem Jahr 2005 erfolgreich laufende Projekt untersucht worden.
Doch nicht nur die einkommensschwachen Haushalte können sich über eine spürbare Entlastung freuen, auch die Kommunen profitieren direkt von der Arbeit der Berater. Denn die Kommunen tragen über die Sozialleistungen einen Teil der Verbrauchskosten der einkommensschwachen Haushalte, die beraten werden. Kreisweit werden die kommunalen Haushalte durch die Einsparungen im Bereich Wasser in den bisher 350 besuchten Haushalten langfris­tig um rund 140 000 Euro entlastet, lauten die aktuellen Schätzungen.
Auch in diesem Jahr wird dieser Energiesparservice fortgeführt. Damit alle Anfragen ausreichend bearbeitet werden können, bildet die Caritas zurzeit elf neue Mitarbeiter zu Stromsparexperten aus. Darüber hinaus ist die Caritas derzeit auf der Suche nach weiteren Projektpartnern, um das bislang erfolgreiche Projekt auch langfristig abzusichern.


24.05.2012
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