Weihbischof Manfred Grothe weihte neue Glocken für Hammer Gemeinde
Klingendes Quartett für St. Agnes
Hamm. Zum Abschluss des Hochamtes erklang „Großer Gott, wir loben dich“. In einem feierlichen Festhochamt wurden die vier neuen Glocken der St.-Agnes-Kirche im Pastoralverbund Hamm-Mitte von Weihbischof Manfred Grothe kürzlich geweiht. Die dreiteilige Zeremonie der Glockenweihe war eingebettet in die sonntägliche Messe.
von Elisabeth Plamper
Die Eröffnung der Liturgie übernahm der Paderborner Weihbischof selbst. Im Anschluss besprengte dieser die Glocken mit geweihtem Wasser. „Durch dieses Zeichen bitten wir Gott, die Glocken zu reinigen und für ihren heiligen Dienst in seinem Hause anzunehmen“, sagte Pfarrer Bernd Mönkebüscher an die Gläubigen in der Kirche gewandt.
Begleitet wurde die Weihe durch leises Orgelspiel, das auch zum Kyrieruf überleitete. Zur Zeremonie der Glockenweihe zählt auch die siebenmalige Salbung mit Krankenöl. „Diese Salbung erinnert an die sieben Gaben des Heiligen Geistes, an die sieben Sa-kra-mente und die sieben Tageszeiten, zu denen das kirchliche Stundengebet erfolgt“, so die erklärenden Worte von Dechant Dr. Gerhard Best.
In seiner Predigt nahm Weihbischof Manfred Grothe noch einmal Bezug auf den durch Glockengeläut bestimmten Rhythmus des Tages und erinnerte an den Brauch des „Angelusläuten“ am Morgen, zu Mittag und am Abend. Aber auch im Lebenszyklus habe die Glocke ihre Bedeutung, wie beispielsweise zur Geburts- und zur Todesstunde.
Mit dem Weihegebet begann dann der dritte Teil der Weihezeremonie, die Chrisam-Salbung. „Das heilige Chrisam war im Alten Bund das Öl, mit dem Propheten und Könige gesalbt wurden. In der Kirche, dem Gottesvolk des Neuen Bundes, wird dieses heilige Öl bei der Taufe, der Firmung und der Priesterweihe sowie bei der Altarweihe, der Kirchweihe und der Glockenweihe gebraucht. Es ist ein Zeichen der Zugehörigkeit und Erwählung durch Jesus
Christus, den Gesalbten“, so Best. Die vierfache Salbung erinnere an die Evangelisten und an die vier Himmelsrichtungen, aus die die Gläubigen durch das Glockengeläut zum Gebet gerufen werden.
Begleitet wurde die Salbung von dem Sonnengesang des hl. Franziskus, der sich auch in Auszügen eingraviert auf den Glocken wiederfindet. Im Anschluss schlug Grothe mit einem kleinen Hammer die Glocken an und ihre Klänge hallten sanft durch das Kirchenschiff. Die größte Glocke erklingt „zu Ehren der Mutergottes von Werl“, die zweitgrößte ist den Tochtergemeinden gewidmet, die dritte dem Lobe Gottes, die kleinste „zu Ehren des hl. Pfarrer von Ars“.
Nach den Fürbitten, der Gaben-bereitung und der Kommunion fand die Weihe mit dem Einhüllen der Glocken mit Weihrauch ihren Abschluss. „Der Gebrauch des Weihrauchs ist ein Ausdruck festlicher Freude und des feierlichen Gebetes, dessen Aufsteigen zu Gott durch ihn zeichenhaft dargestellt wird“, sprach Pfarrer Mönkebüscher.
„Wie Weihrauch sollen auf den Ruf der Glocken hin unsere Gebete zu Gott emporsteigen. Die Glocken selbst sollen, wie Gottes Stimme, aus der Höhe niederschallen.“ Nach dem Hochamt ließen es sich zahlreiche Gemeindemitglieder, unter ihnen auch Hamms Stadtoberhaupt Thomas Hunsteger-Petermann, nicht nehmen, die Glocken aus nächster Nähe zu betrachten oder auch einmal selbst anzuschlagen.
Erstmals an ihrem eigentlichen Platz im Turm der Kirche werden die Glocken nach der Renovierung des Dachreiters zu Beginn des neuen Kirchenjahres am 1. Advent erklingen.







