Aktuelle Ausgabe
2012-20

Schönauer und Hofolper Bürger engagieren sich für Arbeit von Sr. Leonidis

Lebenswerk wird fortgesetzt

Die Arbeit der Anfang Juni verstorbenen Schwester Leonidis (r.) in Bangalore soll fortgesetzt werden.

Wenden-Schönau (jon). Rund 37 Jahre lang hat Schwester Leonidis aus Schönau bei Wenden sich für die Menschen im indischen Bangalore engagiert. Diese Arbeit soll nun auch nach ihrem Tod Anfang Juni fortgesetzt werden. Das kündigten die Familie der Verstorbenen sowie die Ordensleitung an.

Eigentlich wollte Schwester Leonidis im Juni zum Heimaturlaub nach Schönau kommen. Der plötzliche Tod der 74-Jährigen von den „Armen Dienstmägden Jesu Christi“ in Bangalore machte diese Pläne zunichte. Stattdessen wurde mit dem schon gebuchten Flug die Urne mit ihren sterblichen Überresten zum Mutterhaus der Ordensgemeinschaft in Dernbach im Westerwald gebracht. Dort wurde Johanna Grebe, so ihr weltlicher Name, am 27. Juni neben ihrer 1999 verstorbenen Schwester Theresia, die auch dem Orden angehörte, beigesetzt.
1971 wurde die damals 37-Jährige von ihrem Orden nach Bangalore geschickt, um von dort die Missionsarbeit ihres Ordens in Indien aufzubauen. „Eine Herausforderung für mich, die ich damals im Gehorsam, aber nicht unbedingt begeistert annahm“, erinnerte sich Johanna Grebe später. „Der Anfang war dann auch schwierig und machmal bedrückend, aber es hat sich gelohnt.“ Heute haben die Dernbacher Schwestern in Indien 15 Niederlassungen. Mehr als 100 junge Frauen haben in den Jahren den Weg in den Orden gefunden. Die Schwestern bauten Krankenstationen, Altenheime, ambulante Beratungsstellen, Schulen und Kindergärten auf, die im Besonderen den Armen und Vernachlässigten, den Kranken und vor allem den Leprakranken Hilfe bieten sollen.
Bis 1989 wirkte Schwester Leonidis als Regionaloberin ihrer Gemeinschaft. Dann übernahm sie acht Jahre die Betreuung der deutschen Katholiken in Neu Delhi. 1998 ging sie wieder zurück nach Bangalore, wo sie in der Provinzleitung der Dernbacher Schwestern die Entwicklungsarbeit fortsetzte. Für die deutschen Bürger in der südindischen Metropole war sie bis zu ihrem Tod immer eine aktive Ansprechpartnerin. Noch im Februar firmte Weihbischof Matthias König während seiner Indien-Reise ein deutsches Mädchen, das von Schwester Leonidis auf dieses Sakrament vorbereitet worden war.
Unterstützt wurde die Arbeit von Johanna Grebe durch die Spenden vieler Freunde und Gönner aus der Heimat. Besonders die Schönauer und Hofolper Bürger engagierten sich. „Ohne diese Gelder wäre vieles von dem, was wir hier in Indien aufbauen konnten, gar nicht möglich gewesen“, bedankte sich Schwester Leonidis immer wieder. Bis zum Schluss engagierte sie sich: In Sebastiapuram wurde die Ordensschule zu klein. Für bis zu 500 Kinder aus armen Familien  entsteht jetzt gerade ein neues Schulgebäude. All diese Aktivitäten sollen auch künftig fortgesetzt werden, um die Projektarbeit in Indien im Sinne der Verstorbenen weiter zu entwickeln, unterstrich die Nichte der Verstorbenen, Irmgard Grebe-Quast. Noch in den Osterferien hatte sie gemeinsam mit ihrer Familie ihre Tante in Indien besucht. So sollen die Basare in Hof­olpe zugunsten der Arbeit in Indien fortgeführt werden. Eventuell wolle man eine Stiftung gründen, schildert sie die Überlegungen.
Weitere Informationen unter Tel. 0 27 62 / 58 69.


24.05.2012
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