Historische Schützenbruderschaften erinnern seit 50 Jahren an Vermächtnis Konrad Adenauers
Mahnschrift für den Frieden
Gütersloh (ms). Die Dokumentation „50. Gebetswache der Historischen Schützenbruderschaften des Bezirksverbandes Wiedenbrück“ belegt die lange Treue der Schützen zu einem 1960 gegebenen Versprechen und zu den Idealen Glaube, Sitte und Heimat. Die Verfasser des fest gebundenen, reich bebilderten und chronologisch verfassten Buches, Johannes Flore, Johannes Peitz und Reinhard Stickling, erinnern damit an ein Vermächtnis Konrad Adenauers: Als dieser im Herbst 1955 nach Moskau reiste in der Hoffnung, die letzten noch lebenden Kriegsgefangenen frei zu bekommen, hatte er gebeten, seine Mission betend zu begleiten.
„Mein Großvater ist in dem Bewusstsein gereist, dass seine Reise von einer Gebetswache begleitet wird“, unterstreicht sein Enkel Sven-Georg Adenauer, Landrat und Schirmherr der Jubiläumsaktivitäten. Nicht nur in Freiburg, sondern vielerorts bildeten sich Gebetswachen. Danach geschah das Unglaubliche: Nur wenige Wochen später trafen die Spätheimkehrer tatsächlich in Friedland ein.
Schützen aus dem Bezirksverband treffen sich seitdem Jahr für Jahr zu einer 40-stündigen Mahnwache. Zunächst im Franziskushaus in Werl und nach dessen Schließung im Bergkloster Bestwig, etliche von ihnen schon seit 30 Jahren. Sie halten Adenauers Wagemut, sein Gottvertrauen und Verhandlungsgeschick für generationsübergreifende Zeichen der tiefen Religiosität. Sie danken und bitten in ihren Gebeten für den Frieden in der Welt. Ihr Leitgedanke: „Wachet und betet“ (Mk 14,38).
Die Verfasser ließen mit Co-Autoren eine „Mahnschrift“ entstehen, die im Verlag Bethel pro Werk – Service-Center Druck (Bielefeld-Bethel) dank finanzieller Unterstützung von Sponsoren gedruckt werden konnte. Doch wer beim Erwerb eines der rund 400 Exemplare etwas spendet, der unterstützt damit einen wohltätigen Zweck.
„Ein Grund für die Herausgabe des Buches und die Feier des Jubiläums vom 6. bis 8. November im Kloster Bestwig beinhaltet unser Anliegen, dass diese Gebetsbruderschaft fortgeführt wird und es nie wieder Krieg in unserem Land gibt“, so die Herausgeber des Buches. Sie wissen den Bezirksbundesmeister Hans Heitjohann an ihrer Seite. Seine Widmung: „Es ist gut, dass es die Gebetswache nun schon seit 50 Jahren gibt, und es ist gut, dass Schützenbrüder unseres Bezirksverbandes durch ihre Teilnahme offen Bekenntnis für ihren Glauben ablegen. Sie beten für den Frieden in der Welt, für ein besseres Verhältnis der Menschen unter-ein-ander, für die Linderung so mancher Not!“.
Es war Erzbischof Kardinal Lorenz Jaeger, der aus Anlass der ersten Gebetswache am Abend des Herz-Jesu-Freitags bis zum Sonntagabend in Werl wertschätzte: „Ihr leistet zur Genesung unseres Volkes, zur Sicherung des Friedens und zum Heilswirken der Kirche mit eurem Beten den gewichtigsten Beitrag!“ Kardinal Ratzinger trug sich in das Gästebuch der Mahner und Beter wie folgt ein: „Betend blicken die Männer auf den Herrn und halten Wache für Kirche und Welt!“ „Für mich ist ihre Gebetswache für den Frieden und das Heilswirken der Kirche ein hoffnungsvolles Zeichen des Glaubens inmitten der großen Umbrüche, die wir zurzeit in unserem Erzbistum, aber auch gesellschaftspolitisch erleben“, ist im Grußwort des Erzbischofs Hans-Josef Becker zu lesen. Er feiert mit den Mahnern am 20. November im Kloster Bestwig einen Gottesdienst.







