Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Familien werden abgehängt

von Andreas Wiedenhaus 

Die „schönsten Wochen des Jahres“ liegen zwar noch in relativ weiter Ferne, Pläne für den Sommerurlaub werden aber durchaus schon geschmiedet. Nicht zuletzt der Frühbucherrabatt wirkt da häufig als nachdrückliche Entscheidungshilfe. In immer mehr Familien allerdings scheint die Frage, ob lieber an die Nordsee, in die Berge oder einfach „in die Sonne“ gar nicht mehr zur Debatte zu stehen: Sie können sich einen gemeinsamen Urlaub schlicht und einfach nicht leisten.

Der Anteil der Reisenden aus dieser Bevölkerungsgruppe nimmt auf jeden Fall stetig ab. Das hat eine Untersuchung zum Urlaubsverhalten der Deutschen der Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg ergeben. Danach wird Familienurlaub „zunehmend zu einem Luxus, den sich zukünftig nur noch jede zweite Familie leisten kann“.

Nun mag man durchaus mit Recht einwenden, dass ein gemeinsamer Sommerurlaub nicht zu den „verbrieften Menschenrechten“ zählt und dass es ja auch in „Balkonien“ ganz schön sein kann. Auf der anderen Seite scheint sich aber auch hier der Trend offensichtlich zu bestätigen, dass immer mehr Familien regelrecht „abgehängt“ werden und für sie Dinge, die mittlerweile landläufig als normaler Standard gelten, den Status eines unerreichbaren Luxus bekommen.

Vor diesem ernüchternden Hintergrund wären die Ferienangebote kirchlicher Einrichtungen und Ferienwerke weiter ausbaufähig. Viele bieten bereits jetzt genau das an, was Familien sich wünschen und darüber hinaus auch noch bezahlen können.

 

 


24.05.2012
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