Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Mindestlohn ist das Mindeste!

Katja Hübner ist Diözesansekretärin der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) im Erzbistum Paderborn.

von Katja Hübner 

Der Aufschwung kommt nur bei wenigen an. Die Zahl der Arbeitslosen nimmt lediglich in dem Maße ab, wie die Zahl der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter steigt. Damit steht der wirtschaftliche Aufschwung auf dünnem Eis und jene, die den Aufschwung erwirtschaften, profitieren nicht von ihm. Es ist ein Skandal, dass der Aufschwung auf dem Rücken der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter stattfindet!

Die Zahl der bei Zeitarbeitsfirmen Beschäftigten ist auf über eine Million gestiegen. Gleichzeitig wird das Arbeitsmarktinstrument Zeitarbeit von den Unternehmen zur Kostensenkung der menschlichen Arbeit eingesetzt und führt mit Dumpinglöhnen zur Ausbeutung der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter und zur Ausweitung des Niedriglohnsektors. 

Die KAB fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit in allen Bereichen der Zeitarbeit und einen zeitlich begrenzten Einsatz von Zeitarbeitsfirmen in Unternehmen. 

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit in Europa ab dem 1. Mai 2011 machen klar, dass die deutschen Alleingänge in der Politik und Wirtschaft die soziale Schieflage verstärken. In Frankreich, Spanien, Italien und Portugal gelten klare Equal-Pay-Regelungen, die gleichen Lohn für gleiche Arbeit garantieren. Deutsche Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer brauchen von der Bundesregierung endlich einen verbindlichen Schutz vor Ausbeutung.


24.05.2012
Impressum | Kontakt
4002