Bestwiger Schwestern nutzen die Ämterübergabe für Umstrukturierungen in ihrer Missionsarbeit
Mission als gegenseitige Bereicherung der Kulturen
Bestwig. Seit mehr als vier Jahrzehnten engagiert sich Schwester Christa Maria Henninghaus vom Bergkloster Bestwig aus für die Missions-arbeit ihrer Ordensgemeinschaft, der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel. Tätig sind die Schwestern in Brasilien, Bolivien, Rumänien und Mosambik. Nun übergab sie ihr Amt als Missionsprokuratorin an Schwester Klara Maria Breuer. Die Ämterübergabe nutzen die Schwestern für Umstrukturierungen in ihrer Missionsarbeit.
von Ulrich Bock
Die gebürtige Siegenerin Schwester Klara Maria Breuer arbeitet seit einigen Jahren in Münster in der Straßenpastoral, bereitet aber auch jeden Monat das ökumenische Friedensgebet in Bestwig mit vor. Bei ihrer neuen Aufgabe wird sie künftig von Winfried Meilwes aus dem Bergkloster unterstützt. Der Leiter des Servicebereiches für Projekt- und Personalentwickelung ist be-reits seit mehreren Jahren intensiv in die Planung und Organisation von Maßnahmen zur Gewinnung neuer Partner und Spender eingebunden.
Pfarrer Bernd Kucklick aus Heiligenstadt unterstrich in dem Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche anlässlich der Ämterübergabe: „Schon die Ordensgründerin, die hl. Maria Magdalena Postel, hatte Schwestern ausgesandt, um Spenden für die missiona-rische Arbeit und den Wiederaufbau der Abteikirche einzusammeln.“ Und Generaloberin Schwester Aloisia Höing führte aus, dass die Vernetzung und Koordinierung der Missionsarbeit ange-sichts größerer werdender Aufgaben und vielfältigerer Kommunikationswege immer anspruchsvoller werde. Durch das neue Team in Form einer „Missionszentrale“ wolle sich die Ordensgemeinschaft diesen Herausforderungen stellen.
Den Empfang nach dem Gottesdienst im Haus der Begegnung nutzte Schwester Klara Maria, um ihre Vorstellungen von einer modernen Missionsarbeit zu erläutern. Daran nahmen auch Schwester Emilia Cabero und Schwester Maria de Fatima Lourenco Soares aus Brasilien teil, die zurzeit wegen einer Sitzung des Generalrates in Deutschland sind. Schwester Klara Maria erklärte: „Das Motto des deutschen Studentenheimes in Münster, in dem auch der Konvent der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel zu Hause ist, lautet: Meine Aufgabe ist es, Brücken zu bauen. Das will ich auch für die Missionsarbeit tun.“ An der theologischen Fakultät der Universität Münster hat die gelernte Bürokauffrau von 2003 bis 2006 ein Diakonik-Studium mit dem Schwerpunkt Missi-onstheologie abgeschlossen. Seit dieser Zeit ist sie dort auch in der Straßenpastoral engagiert: „Die Geschichten von Frauen und Männern, denen ich bei den Treffen für Wohnungslose oder auf den Straßen begegne, halten mein Fragen und meinen Glauben lebendig. Als Weggefährten helfen sie mir, die Welt immer wieder aus einer anderen Perspektive zu sehen.“ Zudem erinnerte sie an das Ökumenische Friedensgebet: „Dort singen wir oft: Einsam bist du klein, aber gemeinsam werden wir Anwalt des Lebendigen sein.“ Daher sei es gut, als Ordensgemeinschaft und Missionszentrale mit vielen Einzelnen, Gruppen und Netzwerken wie dem Netzwerk Afrika Deutschland und in ökumenischer Verbundenheit auf dem Weg zu sein.
Die frühere Generaloberin Schwester Christa Maria Henninghaus, die das Amt der Missionsprokur jetzt abgibt, will auch weiterhin unterstützend für dieses Arbeitsfeld tätig bleiben. „Schließlich sind viele Dinge im Umbruch. Es ist spannend zu verfolgen, wie das weitergeht.“ Etwa die Entwicklung in Mosambik, wo 16 Mädchen und junge Frauen mit im Konvent der Ordensgemeinschaft leben – auch um ihre eigene Berufung zu hinterfragen. „Vielleicht werden uns diese Schwestern später in Deutschland helfen“, sagt Schwester Christa Maria. Ein gutes Beispiel dafür, dass Mission heute keine „Einbahnstraße“ mehr sei. Vielmehr bedeute Mission heute eine gegenseitige Bereicherung durch verschiedene Kulturen.







