Aktuelle Ausgabe
2012-20

„Kreuzweg der Arbeit“ der KAB an vier Orten im Erzbistum

Missstände angeprangert

Mit den Stationen des Kreuzweges verdeutlichten die KAB-Aktiven, wo ganz aktuell soziale Ungerechtigkeit herrscht und die Interessen der Mehrheit zu kurz kommen.

Erzbistum (-haus). Mit einem „Kreuzweg der Arbeit“ hat die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) an vier Orten im Erzbistum für mehr Recht und Gerechtigkeit in der Gesellschaft demonstriert und Antworten auf drängende soziale Fragen gefordert: In Paderborn, Arnsberg, Dortmund und Siegen ging es bei den Kreuzwegen durch die Innenstädte unter anderem um die derzeit stattfindende „Umverteilung von unten nach oben“. 

Laut KAB-Diözesanverband ähneln die derzeitigen Umverteilungsaktionen „fast denen in der Mitte des 19. Jahrhunderts zu Beginn der Industrialisierung. Soziale Ungerechtigkeiten, wie sie zur damaligen Zeit der Mainzer Bischof von Ketteler angeprangert habe, seien auch derzeit wieder aktuell: „Armut trotz Arbeit“ sei wieder ein Thema, weil viele Menschen schlecht bezahlte Arbeiten annehmen, um überhaupt ein Einkommen zu erzielen. Das Lohn-Niveau der arbeitenden Bevölkerung sei gesunken, die hohe Arbeitslosigkeit verschärfe die Situation weiter. Nicht zuletzt deshalb sei die Forderung nach einem Mindestlohn gerechtfertigt.

In der Einladung des KAB-Bezirksverbandes Hochsauerland zum „Kreuzweg der Arbeit“ in Arnsberg hieß es: „Seit Jahrhunderten gehen Christen den Leidensweg Jesu, den Kreuzweg, um damit ihre Sympathie für den Namensgeber ihrer Religion aber auch für alle Menschen zu dokumentieren, denen es an Leib und Seele schlecht geht.“

Mit den einzelnen Stationen des Kreuzweges wollten die Teilnehmer auf die Vielschichtigkeit der Probleme und ihre Ursachen aufmerksam machen: Regierungsbehörden zählten ebenso dazu wie Banken, Krankenkassen, Gerichte und Energieversorger. Die Gesetzgebung, so lautete die Kritik, gehe zu wenig auf die wirklichen Bedürfnisse in der Bevölkerung ein, sondern entscheide „nach Kassenlage“ oder betreibe gar „Klientelpolitik“. Beklagt wurde auch die wieder um sich greifende „Zockermentalität“ im Finanzwesen. Viele Banken agierten zum Nachteil ihrer Kunden, Finanzinvestoren zerschlügen Firmen auf Kosten der Arbeitnehmer. „Gewinnmaximierung“ laute auch die oberste Maxime der Energiemonopol-Unternehmen.

Der „Kreuzweg der Arbeit“, der in Dortmund seit elf Jahren durch die Innenstadt zieht, fand in diesem Jahr zum ersten Mal zeitgleich in vier KAB-Bezirksverbänden statt.


24.05.2012
Impressum | Kontakt
4002