Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kolpingsfamilie veranstaltet zum sechsten Mal einen historischen Markt in Obermarsberg

Mit Hellebarde zum Markt

Aloys Kreft zeigte beim letzten historischen Markt 2004, wie eine Sense richtig gedengelt wird.
Die Gruppe Firlefey ist auch in diesem Jahr beim historischen Markt in Obermarsberg wieder dabei.

Marsberg-Obermarsberg (jon). Die Spannung steigt in Obermarsberg. Zum sechsten Mal seit 1994 steht ein historischer Markt an, der den ganzen Ort in Beschlag nimmt. Am Wochenende vom 6. und 7. September werden mehr als 100 Stände, Buden und Attraktionen rund um die St.-Nikolai-Kirche in die Zeit vor 700 Jahren zurückversetzen. Organisiert wird der Markt von der Kolpingsfamilie Obermarsberg.

Bereits im Vorfeld des historischen Marktes macht sich eine Schützengruppe in historischer Montur auf den Weg von Paderborn nach Obermarsberg. Rund 20 Schützen in voller Rüstung mit Hellebarden, Pferdegespann und Kanonen starten am Donnerstag, 4. September, um 10.30 Uhr am Paderborner Rathaus. Auf ihrem 50 Kilometer langen Weg entlang alter Fuhrmanns- und Handelswege werden sie begleitet und versorgt von den „Marketenderinnen vom Eresberg“. Mit ihrem zweitägigen Marsch über die alte Handelsstraße „Via Regia“ wollen die historischen Schützen der 1448 gegründeten Schützenbruderschaft St. Peter und Paul Obermarsberg an Karl den Großen erinnern, der mehrmals sowohl in Paderborn, als auch in Obermarsberg war. Vermutet wird, dass Karl der Große Papst Leo III. bei seinem Besuch 799 in Paderborn auch zur Eresburg nach Obermarsberg führte, wo Karl der Große 772 die erste Kirche und das erste Benediktinerkloster im Sachsenland baute. Von hier aus verbreiteten die Mönche das Christentum weit in die umliegenden Lande.
Organisator des aufwendigen historischen Marktes, zu dem beim letzten Mal 2004 rund 20 000 Besucher kamen, ist die Kolpingsfamilie Obermarsberg. Warum gerade die Kolpingsfamilie? Andere Vereine hätten jeweils ein spezielles Interesse, erklärt Hubertus Kreft. So kümmere sich der Sportverein um den Sport, die Feuerwehr um die Brandbekämpfung. „Kolping macht den Rest“, sagt Kreft mit einem Augenzwinkern. Vorrangig habe man sich Aktivitäten verschrieben, die „dem Dorf und der Gemeinschaft nützen“. Und was nützt der Gemeinschaft mehr, als wenn alle bei der Vorbereitung des historischen Marktes an einem Strang ziehen? Denn so gut wie die gesamte Bevölkerung macht mit. Auf dem geschichtsträchtigen Boden der alten Eresburg wird der gesamte auf dem Berg liegende Teil des Ortes zum Marktplatz. Rund um die St.-Nikolai-Kirche präsentieren „Handwerker, Trödler und Krämer, Bauernstuben, mittelalterliche Musikgruppen sowie Gaukler und allerlei Gesinde ein buntes mittelalterliches Spektakulum“, verspricht Detlef Steinhoff, Vorsitzender der Kolpingsfamilie und „vom hohen Rat bestellter Marktherr“.
Eröffnet wird der Markt am Samstag, 15 Uhr, übrigens von politischer Prominenz: Franz Müntefering, ehemaliger Vizekanzler und SPD-Vorsitzender aus dem Sauerland, hat die Schirmherrschaft übernommen. In seinem Grußwort lobt er: „Die Kolpingsfamilie Obermarsberg als Ausrichter macht sich verdient.“ Es sei wichtig, Geschichte lebendig zu halten.


24.05.2012
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