Aktuelle Ausgabe
2012-20

Erika und Martin Schlegel aus Hagen gestalteten Gesellschaftspiel zum Alten Testament

Mit Moses durch die Wüste

Erika und Martin Schlegel präsentieren ihr erstes veröffentlichtes Spiel und die neue Version von „Mit Moses durch die Wüste“ als PC-Spiel. Foto: Steinhofer

Hagen. „Mit Moses durch die Wüste“ – ein Spieletitel, bei dem der ein oder andere vielleicht zunächst an ein einfaches Brettspiel denkt, bei dem die Figuren mit Würfelglück vom Auszug aus Ägypten quer durch die Wüste bis zum Berg Sinai ziehen. Aber das Spiel von Erika und Martin Schlegel aus Hagen ist raffinierter. Es kommt ohne Würfel aus!

von Meinolf Steinhofer

Zahlen von den Ziffern „null“ bis „drei“ sind auf Plättchen gedruckt, sowohl auf der Vorder- und Rückseite. Sie liegen in einer Ecke des Spielfeldes und bestimmen die Zugweite von Moses und den Mitspielern. Mit jeder Runde verändert sich dieses Zahlenfeld.
Entscheidend sind die verdeckten Zahlen auf der Rückseite.
Bei diesem Element kommt es auf ein gutes Gedächtnis an. Hier sind Kinder klar im Vorteil; „Der Memory-Effekt ist bei Kindern ausgeprägter als bei Erwachsenen“, weiß die ehemalige Religionslehrerin Erika Schlegel und meint, dass sich das Spiel für Kinder ab neun Jahren eignet. Die Erwachsenen dagegen können bei den Fragen punkten, die an bestimmten Stellen des Spielfeldes zu beantworten sind. Zwei Beispiele: „Wie heißt das Land heute, in das Moses und sein Volk damals zogen?“ oder „Wann wurde der Suezkanal gebaut?“ Alles Fragen, die sich auf der einen Seite um das alte und auf der anderen um das moderne Ägypten drehen. „Wenn das Spiel öfter im Familienkreis gespielt wird, lernen die Kinder bald die richtigen Antworten und der Wissensvorsprung der Erwachsenen ist dahin“, weiß das Erfinder-Ehepaar.
Ein ausgeglichenes Spiel also, das seit 1996 auf dem Markt ist. Dieser Dauerbrenner hat inzwischen den Verlag bewogen, das Brettspiel für Spieler zu entwickeln, die gerne den PC benutzen. Während das Gesellschaftsspiel für zwei bis sechs Mitspieler geeignet ist, wird die elektronische Version eine andere Zielgruppe erreichen. „Damit werden wohl eher Einzelspieler angesprochen“, vermutet Martin Schlegel. Sie können dann auch den Fragenkatalog alleine, also ohne den Spielmechanismus der Wüstenwanderung, als eigenes Spiel durchgehen.
„Mit Moses durch die Wüste“ war das erste Spiel, das von den beiden Spieleautoren nach einer geschätzten Entwicklungszeit von rund einem Jahr veröffentlicht wurde. Manche ihrer Spiele brauchen dagegen auch schon einmal eine „Reifezeit“ von vier bis fünf Jahren. Beispielsweise das Strategiespiel „Aqua Romana“, das es 2006 unter die fünf Nominierungen für das „Spiel des Jahres“ schaffte.
Und zumindest ein weiteres Spiel mit religiösem Thema „reift“ zurzeit noch. „Vielleicht … Abraham“ lautet der Arbeitstitel. Ein Quizspiel, bei dem zu vorgegebenen biblischen Texten Fragen entwickelt werden müssen. „Ein anspruchsvolles Spiel, vermutlich eher für Ältere“, sagen die beiden Autoren.
Allerdings hat sich bisher noch kein Verlag für dieses Spiel gefunden. Das stimmt Erika und Martin Schlegel dennoch nicht traurig, denn inzwischen zählt das Archiv des kreativen Hagener Ehepaars dreißig weitere selbstentworfene, getestete und veröffentlichte Spiele.




24.05.2012
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