Aktuelle Ausgabe
2012-20

Liebfrauenkirche in Bad Salzuflen strahlt zum 50. Kirchweihjubiläum in neuem Glanz

Mitunter „laut wie auf Schalke“

Eine Reliquie des Heiligen Liborius wird beim Festhochamt am Sonntag in den Altar eingelassen sehr zur Freude von Pfarrer Hans Breidbach.

Bad Salzuflen. Es arbeitet sich bekanntlich leichter mit einem Ziel vor Augen. Genau so ein Ziel hatte die Liebfrauen-Gemeinde in Bad Salzuflen. Zum 50. Jubiläum der Kirchweihe sollte das Gotteshaus wieder in neuem Glanz erstrahlen. Bis zuletzt wurde gewerkelt, doch wenn an diesem Sonntag, 8. März, das runde Jubiläum mit einem Festhochamt gefeiert wird, können sich Pfarrer Hans Breidbach und seine Gemeinde zufrieden in dem frisch renovierten Gotteshaus umblicken. Nur das Problem mit der Orgel wurde einstweilen vertagt.

von Ruth Lakenbrink

Hell sollte es werden und die ursprüngliche schnörkellose Architektur sollte durch klare Linien und Farben wieder deutlicher herausgestellt werden. Vor allem die Farben für die Innenrenovierung haben die Gemeinde lange beschäftigt. Der ursprünglich favorisierte Ton stellte sich im Praxistest als zu grünstichig heraus. Doch Diözesanbaumeisterin Emanuela Freiin von Branca wusste Rat und schlug die letztlich verwendeten vier hellen Töne vor.
Bevor es ans Streichen gehen konnte, mussten die Wände erst einmal von Feuchtigkeitsschäden befreit werden. Der Fußboden wurde gereinigt, poliert und zum Teil neu gemacht. Der Korkboden, der unter den Bänken lag, musste durch einen neuen Belag ersetzt werden. Der Eingangsbereich wurde umgestaltet und verglast.
Die Elektrik wurde gemacht, neue Lautsprecher und in den Seitenschiffen auch neue Lampen eingebaut. Dort wurde auch ein schallschluckender Akustikputz an den Decken aufgebracht. Die Decke im Mittelschiff wurde gestrichen. Schließlich wurde noch ein moderner Heizkessel eingebaut und der Vorplatz der Kirche ganz neu gestaltet.
Im Altarraum wurde eine Wand errichtet, um den riesigen Tabernakelbaum, ein in der Region einzigartiges Stück, das bei der letzten umfassenden Renovierung 1984 eingebaut wurde, besser in die Kirche zu integrieren. So bekommt er nun durch die Wand, die mit farbigem Licht indirekt beleuchtet wird, einen harmonischen und zugleich harmonisierenden Hintergrund.
440000 Euro haben die seit August 2008 dauernden Renovierungsmaßnahmen gekostet. Das Erzbistum Paderborn übernimmt etwa zwei Drittel der Kosten. Und das Bonifatiuswerk wird sich wohl auch mit einem Zuschuss beteiligen, sodass für die Gemeinde noch rund 100000 Euro zu berappen sind.
„75000 Euro haben wir aber bereits zusammen“, erklärt Pfarrer Breidbach nicht ohne Stolz. Und so hofft er auch auf eine ähnlich hohe Spendenbereitschaft für den „zweiten großen Akt“, wie er es nennt, die Aufarbeitung der Orgel.
„Laut wie auf Schalke“ sei es mitunter, wenn diese gespielt würde, beschreibt der Pfarrer das Grundproblem. Denn aus Geldmangel wurden beim Bau der Orgel erst einmal nur die lauten Stimmen eingebaut. Leise Füllstimmen oder ein Schwellwerk fehlten vollkommen, um etwa „französische Romantik spielen zu können“.
Weitere 250000 Euro dürfte die Aufarbeitung des Instruments kosten. Für Pfarrer Breidbach aber eindeutig eine Zukunfstinvestition: „Wir als Kirche müssen uns kulturell positionieren am Markt, damit wir auch in 20 Jahren noch einladend wirken auf Kulturinteressierte.“
So soll es auch die Musik sein, die das Geldsäckel für die Orgel ein wenig füllen soll. Musiker von Rang und Namen  sollen im Jubiläumsjahr für kulturelle Klanggenüsse sorgen, so der Plan einer eigens eingerichteten Orgel-Initiative. Den Anfang macht ein Benefizkonzert des Windsbacher Knabenchors am Sonntag, 28. Juni um 16 Uhr.
Zu den Jubiläumsfeierlichkeiten gehört auch ein Vortrag über die Entstehung der katholischen Gemeinde in Bad Salzuflen am Mittwoch, 11. März um 19 Uhr. Denn „ohne Hoffmann gäbe es uns nicht“, so Pfarrer Breidbach. Der Stärkehersteller warb seit Anfang der 1870er-Jahre verstärkt auswärtige Arbeitskräfte an, vor allem im katholischen Eichsfeld, sodass der Bau einer Kirche schließlich notwendig wurde.


24.05.2012
Impressum | Kontakt
4002