Aktuelle Ausgabe
2012-20

Caritas-Aktion in Warburg zur Unterstützung von Straßenkindern

Momente des Lichts

Lennart Berens, Carla Drolshagen und Carlotta Simon zündeten zur Unterstützung armer Kinder Lichter der Solidarität an.

Warburg. Windstill und trocken – die perfekte Wetterlage, um „Eine Million Sterne“ funkeln zu sehen. So lautete der Titel der Caritas-International-Aktion, die den Warburger Altstadtmarkt um die Marien-Figur erleuchtete. Eine Million Lichter hätten dort wohl keinen Platz gefunden – aber tausend. Tausend Kerzen hatten einen Paten gefunden.

von Sandra Wamers

Gegen eine Spende von vier Euro waren zuvor die Kerzen von Bürgern „adoptiert“ worden. Als Urkunde gab es ein vom Warburger Altstadt-Künstler Alfons Holtgreve entworfenes Lesezeichen. „Die Lesezeichen mussten wir nachdrucken“, resümierten die Organisatoren Ute Dohmann-Bannenberg, Kulturbeauftragte vom Heilpädagogischen Therapie- und Förderzentrum St. Laurentius (HPZ), und Thomas Berens, Leiter des Seniorenzentrum St. Johannes, höchst zufrieden. Das Kerzenlager war geräumt. 900 Lichter waren bereits im Vorfeld ausverkauft gewesen. „Aber ich habe noch eine Kerze bekommen“, freute sich Jutta Brechtken aus Daseburg.
Die 33-jährige Daseburgerin war mit weiteren 400 Bürgern zum Marktplatz gekommen, um Punkt 17 Uhr das sternförmige Lichtermeer um die Marienfigur zu entzünden. „Eine super Aktion mit der wir arme Kinder unterstützen können“, sagte die Erzieherin. Unterstützt werden durch die Aktion das Caritas-International-Projekt „Straßenkinder-Zentren in der Ukraine“ sowie die Warburger Aktion „Weihnachten nicht allein“. Parallel zur Warburgs Illumination wurden auch in 44 anderen deutschen Städten zur gleichen Uhrzeit in der Dämmerung die „Sternen-Lichter“ entzündet. Im Erzbistum Paderborn außer in Warburg auch in Meschede und Castrop-Rauxel.
Im weichen Licht wurde das Herz warm: „Die Lichter erstrahlen, ein voller Erfolg“, sagte Schirmherr und Bürgermeister Michael Stickeln. Zu kaufen gab es nichts und auch Alkohol wurde nicht ausgeschenkt. Ein bewusst gesetzter Kontrapunkt: „Wir wollen mit dieser Aktion auch Familien mit vielen Kindern erreichen“, betonte Dohmann-Bannenberg. Erbsensuppe und Punsch gab es umsonst oder – je nach Geldbörse – gegen eine Spende. Anstelle des Kommerzes präsentierten sich 14 Vereine und gemeinnützige Institutionen, in kleinen Weihnachtsmarkt-Büdchen in dem Lichtermeer. Eingerahmt war dieses Treffen der Nächstenliebe in ein musikalisches Programm mit der Schulband von der Laurentius-Schule, der Stage- und Leuchtfeuer-Band sowie der Kindermusical-Gruppe vom Kirchberghof. „Behalten Sie dieses Bild im Herzen“, sagte Gemeindereferentin Schwester Birgit Kaltmeier mit Blick auf die tausend Kerzen.
Mindestens drei von den Lichtern hatten Lennart Berens (10), Carla Drolshagen (10) und Carlotta Simon (9) entzündet. Und warum? „Der Stern aus Licht leuchtet so schön und erinnert uns an die armen Kinder in der Welt“, waren sich die drei einig. Aber die Sternenlichter leuchteten nicht nur für die Benachteiligten: „Eine Million Sterne scheinen und einer scheint für dich“, zitierte Bettina Weinberg vom HPZ das bundesweite Aktions-Motto. „Die Lichter stehen für Solidarität und eine gerechtere Welt. Es sind Momente des Lichts, die Kraft und Mut schenken sollen.“


24.05.2012
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