Noch bis zum 21. Februar 2010 lässt Meinwerk Ausstellung die Zeit vor 1 000 Jahren lebendig werden
Nachhall über Paderborn hinaus
Paderborn (pdp/gv). Mit Sphärenmusik, Band-Durchschneiden und traditionellen Rundgang eröffneten Erzbischof Hans-Josef Becker, NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper und LWL-Direktor Wolfgang Kirsch am Freitag vergangener Woche die Ausstellung „Für Königtum und Himmelreich“. Die Schau erinnert an Bischof Meinwerk, der vor 1 000 Jahren das noch junge Bistum Paderborn zu einer frühen Blüte führte. 500 000 Euro ließ sich das Erzbistum Paderborn die Ausstellung kosten. Der Landschaftsverband steuerte 300 000 Euro bei. Die Veranstalter rechnen mit rund 30 000 Besuchern.
Die Ausstellung mache die Leistung Meinwerks und die seiner Mitbrüder im Bischofsamt mit kostbaren Exponaten und spannenden Inszenierungen wieder gegenwärtig, sagte Erzbischof Becker in seiner Ansprache vor 500 geladenen Gästen. „Wie viel das Europa von heute den Bischöfen der Zeit um das Jahr 1000 zu verdanken hat, wird damit auf beeindruckende Weise deutlich.“
Der Erzbischof dankte allen, die zum Wachsen und Werden der Ausstellung beigetragen hätten: den zahlreichen Leihgebern sowie den Mitarbeiterinnen der beiden Museen, „die in den zurückliegenden Wochen und Monaten Meinwerk zu ihrem Werk gemacht haben“.
Auch LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch dankte allen Beteiligten und verwies auf die Erkenntnisse, die die LWL-Archäologie über Meinwerk und seine Zeit beigesteuert habe. So hätten etwa Ausgrabungen unter dem heutigen Dom eine Rekonstruktion des Meinwerk-Doms ermöglicht. Auch die Kaiserpfalz Meinwerks sei durch archäologische Grabungen rekonstruiert worden. Aufgrund dieses Engagements sei es für den LWL eine „ehrenvolle Aufgabe“, die Epoche Meinwerks zu würdigen. „Ich bin mir sicher, dass die Ausstellung über Paderborn hinaus Nachhall finden wird“, sagte Dr. Kirsch.
Landesminister Lienenkämper bezeichnete Bischof Meinwerk in seinem Grußwort als „Figur mit großer Faszination“ und eine „ganz große Persönlichkeit der westfälischen Geschichte“. Er verwies darauf, dass auch Paderborn heute, wie schon zur Zeit Meinwerks, eine Stadt mit großer Bautätigkeit sei. Es gehöre zu den zwölf Städten in Nordrhein-Westfalen, die über eine eigene Stadtarchäologie verfügten. Dies sei ein gutes Beispiel für kommunales Verantwortungsgefühl.
Den Festvortrag hielt Professor Dr. Rudolf Schieffer, Präsident der Monumenta Germaniae Historica in München. Er verwies auf die zeitliche Kluft, die zwischen der Epoche Meinwerks und der heutigen Zeit bestehe und beleuchtete vor allem jene Aspekte, „die für das moderne Empfinden fremdartig sind“. Dazu zählte Schieffer die Tatsache, dass kirchliche Ämter in der damaligen Zeit fast ausschließlich dem Adel vorbehalten gewesen seien. Ebenso sei der Rückhalt beim jeweiligen Herrscher Voraussetzung für „gedeihliches bischöfliches Wirken“ gewesen.
Info:
Die Ausstellung „Für Königtum und Himmelreich – 1 000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn“ ist noch bis zum 21. Februar 2010 im Museum in der Kaiserpfalz und im Erzbischöflichen Diözesanmuseum Paderborn zu sehen. Beide Museen liegen unmittelbar am Dom.
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen. Jeden ersten Mittwoch im Monat: 10 bis 20 Uhr. Heiligabend, Weihnachten und Slyvester bleiben
die Museen geschlossen.
Eintrittspreise pro Person: Erwachsene sechs Euro; Ermäßigung auf vier Euro. Gruppen ab zehn Personen vier Euro, ebenso Schüler, Dauerkarte 30 Euro.
Der DOM hat ein Sondermagazin zur Ausstellung herausgebracht, das für Abonnenten kostenlos der vergangenen Ausgabe beilag.Weitere Infos im Internet unter: www.meinwerk-ausstellung.de







