Aktuelle Ausgabe
2012-20

Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) sucht mit außerordentlichem Diözesantag Wege aus der Krisenstimmung

Neue Diözesanleitung gewählt

Mitglieder der alten und neuen KAB-Diözesanleitung machten sich gemeinsam Gedanken zur Zukunft ihres Verbandes: (v. l.) stellv. Vorsitzener Hans Heinrich Lömker, Vorsitzender Klaus Knobloch, die ehemaligen stellv. Vorsitzenden Helmut Kampmann und Karl-Heinz Naglak und stellv. Vorsitzender Ulrich Stirnberg. Foto: Vieler

Paderborn/Erzbistum. Mit einem Diözesanfamilientag, verstärkten Bildungsanstrengungen und einer Podiumsdiskussion zur Europawahl in Juni 2009 will die neue Diözesanleitung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) einen Weg aus der Krisensituation des katholischen Verbandes finden. Auf einem außerordentlichen Diözesantag wurde nach dem Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden im sauerländischen Rahrbach eine neue Diözesanleitung gewählt.

Die Unzufriedenheit bei den Mitgliedern haben wir schon wahrgenommen“, sagt Karl-Heinz Naglak, der ehemalige stellvertretende Diözesanvorsitzende der KAB, und spekuliert über die Gründe dafür. 20 Jahre war er in diesem Amt. Es habe sich in den vergangenen Jahre viel verändert: Der Verband habe hauptamtlichen Mitarbeitern kündigen müssen, das vor 25 Jahren angeschaffte Bildungshaus am Möhnesee, das Joseph-Joos-Haus, habe geschlossen und verkauft werden müssen. Und schließlich könnten es auch persönliche Gründe gewesen sein, die drei der insgesamt acht KAB-Bezirke im Erzbistum dazu veranlasst hätten, einen außerordentlichen Diözesantag zu verlangen.
Nachdem der bisherige Vorsitzende Michael Musbach vor dem außerordentlichen Diözesantag zurückgetreten sei, hätten die 142 Delegierten der Versammlung eine komplette neue Diözesanleitung gewählt.
Neuer Vorsitzender wurde für die kommenden fünf Jahre Klaus Knobloch aus Unna. Zu seinen Stellvertretern wurden Hans Heinrich Lömker aus Dortmund und Ulrich Stirnberg aus Paderborn gewählt.
Eine besondere Hausausforderung für eine Arbeitnehmervertretung ist die Tatsache, dass ein Großteil oder sogar die Mehrheit der Mitglieder inzwischen nicht mehr im Erwerbsleben stehen. Die meisten neuen Mitglieder seien bereits nahe dem Rentenalter. Dennoch möchte Hans Heinrich Lömker die Ortsverbände aus ihrer „Lethargie“ reißen, wie er sagt. Sie sollten durch Aktivitäten zeigen, dass sie im Zeitgeschehen stünden. Dazu wollen die neuen Leitungsmitglieder bei Besuchen in den Bezirksverbänden die Kommunikation im Verband stärken.
Zu zeigen, wie die KAB politische Mitsprache verwirkliche, könnten die bevorstehenden Bundestags- und Europawahlen im kommenden Jahr sein. In politischen Diskussionen mit Mandatsträgern sollten die Ortsverbände ihre politische Lobbyfunktion wahrnehmen, wünschen sich die neuen Vorstandsmitglieder.
Ein besonderer Schwerpunkt könne dabei auch das Thema Europa sein. Denn, so Karl-Heinz Naglak, 80 Prozent der deutschen Gesetze würden inzwischen in Brüssel gemacht.
 Gerd Vieler


24.05.2012
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