In Bökendorf bei Brakel können Jakobuspilger ihre Lasten unter dem Kreuz abladen
Neues Pilgerkreuz am Jakobsweg
Bökendorf. Der Jakobus-Pilgerweg führt zwar nicht direkt durch Bökendorf im Weserbergland, aber zumindest verläuft ein kleiner Streckenabschnitt bei Hainhausen durch die Gemeinde. Der Pilgerweg 4, der aus Polen kommt, führt von Corvey nach Brakel.
Viele Pilger haben sich vielleicht auf den Weg gemacht, um eine Last oder Belastung loszuwerden. Das können sie bei dem neuen Pilgerkreuz am Jakobsweg in Hainhausen gleich in doppelter Hinsicht. Die Pilger haben die Möglichkeit, einen (mitgebrachten) Stein, den sie mit Wünschen, Gebeten, Bitten oder einfach nur mit ihren Namen beschriften können, in das Kreuz zu werfen. So werden sie beim Pilgern zum einen physikalisch von der Last des Steines erleichtert und zum anderen symbolisch, denn das Kreuz, an dem Jesus Christus für uns gestorben ist, nimmt die Last der Pilger in Form eines Steines in sich auf.
Die Idee, ein Pilgerkreuz am Weg aufzustellen, ist vor einiger Zeit im Pfarrgemeinderat Bökendorf entstanden. Durch Erwin Volkhausen wurde diese Idee nun umgesetzt. Der Fahrzeugbau-Meister hat das Kreuz in ehrenamtlicher Arbeit aus Metall angefertigt. Filigran und als Hohlkörper erhebt sich nun das fast 500 Kilogramm schwere und 3,20 Meter hohe Kreuz auf einem idyllischen Platz am Waldrand.
Am 25. Juli – also am Festtag des heiligen Jakobus – wurde das neue Pilgerkreuz von Pfarrer Wilhelm Koch gesegnet. Der Platz war festlich geschmückt, Mitglieder des Musikvereins begleiteten die Feier musikalisch und sogar das Wetter zeigte sich von der sonnigen Seite.
„Wir sind von der großen Resonanz der Teilnehmer überrascht und begeistert“, erklärte Pfarrgemeinderatsvorsitzende Beatrix Spieker nach der Feier. Über 150 Personen haben an der Kreuz-Segnung im Kulturmusterdorf Bökendorf teilgenommen.
Und der erste „echte“ Pilger war auch schon da! Andreas Kopac ist auf dem Jakobsweg von Berlin nach Santiago de Compostela unterwegs. Als erster hat er sich in das Pilgerbuch eingetragen, das direkt neben dem Kreuz in einer besonderen Stele deponiert ist. Er bedankte sich für den herzlichen Empfang und „die ergreifende Weihezeremonie“. Herr Kopac ist in Höxter aufgewachsen und lebt derzeit in Berlin. Seine Mutter hat von der Segnung des neuen Pilgerkreuzes erfahren, den Sohn informiert. Passend am Jakobustag war er dann in Hainhausen bei der Segnung mit dabei.







