Aktuelle Ausgabe
2012-20

Interessenvertretung der katholischen Eltern trennt sich mit seiner neuen Satzung vom Familienbund

Neugründung der katholischen Elternschaft

In den nächsten Wochen wird der neue Vorstand der Katholischen Elternschaft (KED) einen neuen Vorsitzenden des vom Familienbund getrennten Verbandes wählen. Foto: KED

Paderborn. Seit 1977 haben sie zusammengearbeitet und traten mit einem Doppelnamen auf: Familienbund der deutschen Katholiken – Katholische Elternschaft Deutschlands. Seit dem
8. November ist die Ehe geschieden. Die Katholische Elternschaft Deutschlands (KED) im Erzbistum Paderborn, 1966 gegründet, konstituierte sich vor zwei Wochen neu – ohne den Familienbund.


von Gerd Vieler

Die Zusammenarbeit mit dem Familienbund habe für die KED schon länger nicht mehr den ursprünglich angestrebten Vorteil gebracht, erklärte KED-Geschäftsführer Roland Gottwand die Trennung nach über 30 Jahren. Als die Zusammenarbeit der beiden Gruppen seinerzeit vereinbart worden sei, habe die KED die Infrastruktur des Familienbundes nutzen wollen, um möglichst flächendeckend vor Ort präsent sein zu können. Da der Familienbund diese Basis seit einigen Jahren nicht mehr habe, sei in der KED schon länger über eine Wiederherstellung der Eigenständigkeit nachgedacht worden. Diese sei nun mit der Verabschiedung der neuen Satzung und der damit verbundenen Neukonstitution der Elternvertretung erreicht worden. Der Hauptausschuss des Familienbundes habe diese Trennung auf seiner Sitzung am 29. Oktober einvernehmlich beschlossen und der Neugründung als eigenem Verband zugestimmt, heißt es in einer Mitteilung des Familienbundes.
Ausdrücklich betont Gottwald, dass die Entscheidung zur Trennung nichts mit den in jüngster Zeit um den Familienbund und das mit ihm vormals verbundene Familienerholungswerk zu tun habe.
Die KED im Erzbistum vertritt nach Angaben Gottwalds 15 000 Eltern von rund 25 000 Schülern an den 42 katholischen Schulen in freier Trägerschaft im Erzbistum Paderborn, davon 24 in direkter Trägerschaft des Erzbistums. Dieses Mandat habe der neue Verein sich von den Eltern schriftlich bestätigen lassen. Dazu kämen rund 100 Einzelmitglieder.
Im Gegensatz zur Landeselternschaft fungiert die KED schulübergreifend, das heißt, sie vertritt Eltern von Schülern aller Schulformen.
Das tut sie zum einen durch Lobbyarbeit in den politischen Gremien. Dazu veröffentlicht sie jährlich eine Referentenliste von Personen, die etwa auf Elternabenden Vortäge zu bestimmten Themen halten können. „Die KED pflegt bei der Erfüllung ihrer Aufgaben die Zusammenarbeit mit den Katholischen Erwachsenenverbänden im Erzbistum, insbesondere mit dem Familienbund der Katholiken“, heißt es in der neuen Satzung als Reminiszenz an alte Zeiten. 


24.05.2012
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