Salzkottener Franziskanerinnen feiern ein Jahr lang ihr 150-jähriges Bestehen
„Offen für die Nöte der Zeit“
Salzkotten. Mit einem Jubiläumsjahr feiern die Salzkottener Franziskanerinnen ihr 150-jähriges Bestehen. Eröffnet wird das Jubiläum am Samstag, 31. Oktober, mit einem Pontifikalamt, das Weihbischof Matthias König in der Mutterhauskirche in Salzkotten feiert. „Uns ist es sehr wichtig, die Öffentlichkeit an unserem Jubiläum teilhaben zu lassen“, sagte Provinzoberin Schwester M. Hildegarde Voß. Schließlich seien die Franziskanerinnen in Salzkotten „sehr eingebunden in der Stadt und der Gemeinde“.
von Markus Jonas
Als Gründungstag gilt der 30. Oktober 1860. An dem Tag genehmigte der Paderborner Bischof Konrad Martin die von Mutter Clara Pfänder erarbeitete Konstitution. Die in Olpe gegründete Kongregation wurde dann 1863 nach Salzkotten verlegt. Eröffnet wird das Jubiläumsjahr also zum 149. „Geburtstag“ der Kongregation.
„Geborgen im Glauben – Nah bei den Menschen“, heißt das Leitwort zum Jubiläum. Es ist auch der Titel einer Ausstellung, die im Anschluss an das Pontifikalamt eröffnet wird. Die Historiker und Publizisten Dina van Faassen aus Horn-Bad Meinberg und Roland Linde aus Münster haben dazu erstmals eine umfassende historische Gesamtschau zusammengestellt. Auf 26 großformatigen Text- und Bildtafeln spiegelt sich die facettenreiche Entwicklungsgeschichte des Ordens von der Gründung bis zur Gegenwart wider. Anschaulich vermittelt die Ausstellung, wie sich die Schwestern nicht nur der Aufgabe der Ewigen Anbetung, sondern von Anfang an für die sozialen Belange ihrer Mitmenschen engagiert haben: in Waisenhäusern, Schulen, später auch in Kindergärten, Behinderteneinrichtungen und Altenheimen. Ein weiterer Schwerpunkt von Beginn an war die Krankenpflege.
Ausgestellt wird so einiges, „was im Haus schlummerte“, sagen die Franziskanerinnen, unter anderem ein Kreuz aus der Frühzeit der Kongregation, die Gebetsbank der Ordensgründerin und eine Refektorschelle aus der Gründungszeit.
Ein neues Logo haben sich die Franziskanerinnen zum Jubiläum auch spendiert. An Logo und Leitspruch hätten alle Schwestern mitgearbeitet, sagt Provinzoberin Schwester Hildegarde. 180 sind es, die in Salzkotten und Umgebung tätig sind. „Das Logo symbolisiert Offenheit für die Nöte der Zeit“, erklärt Provinzassistentin Schwester M. Raphaela vom Hofe. In seiner ganzen Geschichte habe sich der Orden immer bemüht, auf aktuelle Nöte zu reagieren. So habe man beispielsweise wegen der Not der Aids-Waisen in Malawi dort eine Schule gegründet. „Wir halten nicht an überkommenen Aufgaben fest, sondern geben sie zugunsten aktueller Aufgaben auf“, sagt Schwester Raphaela. So werden zwei Franziskanerinnen am 24. Oktober einen neuen Konvent im Jugendhaus Hardehausen gründen.
Insgesamt 15 Veranstaltungen haben die Franziskanerinnen in ihrem Jubiläumsjahr geplant. Den inhaltlichen Schwerpunkt setzen vier „Geistliche Abende“, die das Leitwort des Jubiläums aufgreifen. Prominentester Gastreferent ist Pater Anselm Grün, der die Reihe am 4. März eröffnet.
Weitere Höhepunkte sind ein „Tag der offenen Tür“ am 4. Juli und ein Festakt am eigentlichen Jubiläumstag, dem 30. Oktober 2010.







