Zehnköpfige Delegation aus Sambia war zu Gast bei der Landjugendbewegung im Erzbistum
Partnerschaft mit Leben füllen

- Im KLJB-Haus trafen sich die Delegationen aus Sambia und dem Erzbistum zu verschiedenen Workshops. Foto: Wiedenhaus
Erzbistum. Seit Anfang der 1990er-Jahre verbindet die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) im Erzbistum Paderborn eine Partnerschaft mit der katholischen Landjugend CARYM in Sambia. Beim Besuch einer Delegation der CARYM wurde jetzt der offizielle Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Während des dreiwöchigen Treffens wurden zahlreiche weitere Themen gemeinsam erörtert.
von Andreas Wiedenhaus
Bei gemeinsamen Workshops im KLJB-Haus in Rüthen-Hoinkhausen standen freiwilliges Engagement, die Lebenssituation der Jugendlichen sowie die Finanzierung von Jugendarbeit im Mittelpunkt. „Allerdings kamen auch die großen Themen wie Globalisierung oder der Klimawandel nicht zu kurz“, erläutert KLJB-Diözesanreferent Sebastian Koppers-Löhr die Hintergründe der Gespräche.
Die Situation für Jugendliche in ländlichen Regionen sei in Sambia nicht einfach, beschreiben die Teilnehmer der CARYM-Delegation die Lage in ihrer Heimat: „Etwa 80 Prozent der Menschen leben in Armut, wirtschaftliches Wachstum kommt nur einer kleinen Bevölkerungsgruppe zugute.“ Kleinbauern seien aufgrund des niedrigen technischen Standards kaum in der Lage, konkurrenzfähig zu wirtschaften. Probleme in der Gesundheits- und Bildungspolitik verschärften die Situation zusätzlich.
Für Inga Michels, die Diözesanvorsitzende der KLJB im Erzbistum, ist es deshalb besonders wichtig, dass bei allen Unterschieden in der Lebenssituation der Menschen in Deutschland und Sambia das Verbindende und die gemeinsamen Ziele in den Mittelpunkt der Partnerschaft gerückt werden: „Wir möchten gemeinsam Ideen entwickeln, die beiden Seiten gleichermaßen zugutekommen.“
Schließlich gehe es letztlich beiden Verbänden um das prinzipiell gleiche Ziel: Die Interessenvertretung junger Menschen im ländlichen Raum auf der Basis des christlichen Glaubens.
Hintergrund
Sambia ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika, der im Jahr 1964 vom Vereinigten Königreich in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Der Name ist vom Fluss Sambesi abgeleitet. Das Land hat rund 13,5 Millionen Einwohner. Etwa 50 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum, ein Viertel davon ist katholisch.
Sambia gehört zu den Ländern mit der höchsten HIV-Infektionsrate. Experten schätzen, dass es in dem Land 2015 rund eine Million Aidswaisen geben wird. Landwirtschaft sowie Kupfer- und Kobaltbergbau sind die wichtigsten wirtschaftlichen Faktoren. Nachdem die weitgehenden staatlichen Kontrollen in der Landwirtschaft 1991 zum großen Teil aufgehoben wurden, gab es in abgelegenen Gebieten erhebliche Versorgungsprobleme. Die Privatisierung führte ebenso dazu, dass zahlreiche Landwirte aufgrund der Macht der Arakonzerne verarmten.
Allerdings werden nur rund sieben Prozent des Landes für die Landwirtschaft genutzt, Fachleute meinen, dass viel mehr Flächen geeignet wären. Viele große kommerzielle Farmen werden immer noch von europäischen Farmern bewirtschaftet, 85 Prozent der in der Landwirtschaft Tätigen sind Kleinbauern.
Ein weiteres großes Problem liegt darin, dass wegen der schlechten Infrastruktur viele landwirtschaftliche Betriebe kaum an die Märkte angebunden sind.






