Caritasverband veranstaltete Diskussion zum Thema Bleiberecht für Flüchtlinge
Perspektiven schaffen
Unna. Menschen, die in Deutschland nur geduldet sind, leben in ständiger Ungewissheit. Fast täglich droht ihnen die Abschiebung in ein unbekanntes Land oder eine ungewisse Zukunft oder nur eine Verlängerung dieser Bedingungen, die sogenannte Kettenduldung. Die Bleiberechtsregelung sollte diesen Menschen eine Perspektive geben und es ihnen leichter machen, einen richtigen Aufenthaltstitel zu bekommen.
Doch zum 31. Dezember 2011 läuft die Regelung aus – obwohl das Schicksal vieler Betroffener noch immer offen ist. Allein im Kreis Unna trifft das auf über 500 Personen zu. Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, veranstaltete der Caritasverband für den Kreis Unna mit Unterstützung des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn e.V. einen Diskussionsabend mit Vertretern aus Landes- und Bundespolitik.
„Wir müssen diesen Menschen endlich eine Perspektive bieten“, sagt Michael Strauch vom Caritasverband für den Kreis Unna. Strauch ist Mitarbeiter im Fachbereich Integration und Migration beim Kreiscaritasverband. Häufig berät er Menschen, die darum kämpfen, in Deutschland bleiben zu dürfen.
In der Bleiberechtsregelung sieht er eine Chance, weiß aber auch, dass die Anforderungen vielfach sehr hoch sind. So müssen Betroffene etwa nachweisen, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. „Für viele der Flüchtlinge in Deutschland ist das zum Beispiel sehr schwierig: Die meisten von ihnen haben früher nie eine Arbeitserlaubnis bekommen – jetzt sollen sie plötzlich schnell Arbeit finden. Das ist fast unmöglich“, schildert Michael Strauch.
Neben den Bedingungen, an die das Bleiberecht geknüpft ist, diskutierten die Experten auch über die zukünftige Situation der über 500 Betroffenen im Kreis. Rechtsanwalt Michael Gödde, Hans-Ulrich Meier von der Ausländerbehörde Unna, Michael Strauch vom Caritasverband, Arif Ünal, Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen und Dr. Dieter Wiefelspütz, Bundestagsabgeordneter der SPD begrüßten dabei vor allem einen aktuellen Erlass des Landes NRW. Dieser besagt, dass die Bleiberechtsregelung verlängert wird. Ab Januar wird es deshalb auch im Kreis Unna Einzelfalluntersuchungen geben, in denen großzügig geprüft werden soll, ob eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden kann.
Zum Schluss unterzeichneten die Teilnehmer gemeinsam einen Appell, den der Caritasverband an die Innenministerkonferenz von Bund und Ländern übermittelte.







