Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die von den Franziskanern genutzte Marienkirche in Wiedenbrück wird von außen saniert

„Putzmunter“ ans Werk

Eingerüstet: die Marienkirche in Wiedenbrück wird derzeit von außen saniert. Foto: Wiedenhaus

Rheda-Wiedenbrück. Der abblätternde Putz war ein sicheres Indiz: die Marienkirche in Wiedenbrück bedarf, nach der umfangreichen Innenrenovierung vor etwa zwei Jahren, auch außen einer Überholung. Nun ist das Gotteshaus, das von den Franziskanern in Wiedenbrück genutzt wird und im Volksmund daher nur liebevoll „Paterskirche“ genannt wird, komplett eingerüstet. 

von Ruth Lakenbrin

Bis Anfang Juli, so der Plan des federführenden Architekturbüros Tebel & Partner in Paderborn, soll die Außensanierung abgeschlossen sein. Diese beinhaltet das Erneuern der dreißig Jahre alten Dachrinnen, die Auswechslung schadhafter Steine sowie die Ausbesserung undichter Stellen im Dach.

Die Quaderungen aus Naturstein werden überarbeitet und neu verfugt. Auch der abblätternde Putz, der ein Sicherheitsrisiko darstellte und die Dringlichkeit der Sanierungsmaßnahmen verdeutlichte, soll bis zu diesem Datum abgeschlagen und erneuert sein. Und nicht zuletzt soll die Marienkirche durch einen Außenanstrich in neuem Glanz erstrahlen.

Um die Sanierungsmaßnahmen möglichst problemlos über die Bühne zu bringen, haben, wie bereits in der Vergangenheit, die Franziskaner um Guardian Bruder Klaus Scheppe eng mit der Kirchengemeinde St. Aegidius zusammengearbeitet, in deren Eigentum sich die Marienkirche befindet. Mitte März wurden zunächst die Außenanlagen abgeräumt und anschließend die Kirche eingerüstet. Zunächst galt es, die Fundamente zu prüfen, doch diese waren in Ordnung, sodass die Sanierungsarbeiten nach Plan beginnen konnten.

Zuletzt war das traditionsreiche Gotteshaus aus dem Jahr 1470 vor rund 30 Jahren von außen renoviert worden. Die derzeitigen Maßnahmen werden zu 75 Prozent vom Erzbistum Paderborn getragen. Das noch fehlende Viertel steuert die Ordensprovinz der Franziskaner bei. Dabei kann die Ordensprovinz noch auf Spenden zurückgreifen, die von der Innenrenovierung vor zwei Jahren übriggeblieben sind. Die Franziskaner besitzen seit fast 400 Jahren die Nutzungsrechte an der Marienkirche, die im Jahr 1201 erstmals erwähnt wurde. Wie einer Urkunde von 1302 ennommen werden kann, verfügte die Marienkirche über einen eigenen Friedhof.

1327 wurde sie der benachbarten Gemeinde St. Aegidius angegliedert und 1470, weil baufällig geworden, durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. Die Kirche diente natürlich vorwiegend dem Gottesdienst, zweimal aber auch weltlichen Zwecken, nämlich 1575 und 1599 als Unterrichtsraum der Osnabrücker Domschule, die wegen einer Epidemie jeweils für ein Jahr evakuiert werden musste.

Als Generalvikar Albert Lucenius 1625 das Gotteshaus anlässlich einer Visitation besichtigte, fand er es in einem vernachlässigten und kaum genutzten Zustand vor. Daher wurde den Jesuiten noch im gleichen Jahr, auch angesichts der drohenden Reformation,  die Seelsorge übertragen. Die Jesuiten blieben jedoch nur zwei Jahre, ehe zwei Franziskaner berufen wurden. Diese wohnten in einem benachbarten Haus, dessen Grundstück nach und nach durch Ankäufe erweitert wurde, sodass 1667 dort ein Kloster gebaut werden konnte. In den Jahren 1715, 1730 und 1781 nahmen die Franziskaner Um- und Anbauten an „ihrer“ Klosterkirche vor.

Info

Weitere Infos unter: www.franziskaner-wiedenbrueck.de


24.05.2012
Impressum | Kontakt
4002