Aktuelle Ausgabe
2012-20

Werktagskapelle von St. Elisabeth wird umgestaltet

Raum für den Glauben junger Christen

Einsatz für die Junge Kirche: In der St.-Elisabeth-Kirche bekommen junge Christen des Dekanates ein Zuhause.

Hagen. Es riecht nach Terpentin statt Weihrauch. Kein Leinen-Tuch bedeckt den Altar der Werktagskapelle der St.-Elisabeth-Kirche in Hagen, dafür eine Anstreicherfolie. Die einst ordentliche Aufstellung der 60 Stühle existiert nicht mehr: Hier fehlt eine Sitzauflage, dort steht nur noch das Holzgestell – und die meisten Sitzgelegenheiten stehen im Freien und warten auf Schmirgelpapier. Nur der Wandschmuck verleiht dem großen Raum das Ansehen eines Gotteshauses: Das große Kreuz und die Holzfigur der Heiligen Elisabeth hängen unbeirrt über allen Veränderungen.

Wenig ist noch wie es war in der Kapelle an der Scharnhorststraße – rein äußerlich betrachtet. Die Junge Kirche des Dekanates Hagen-Witten hält Einzug – und gestaltet den Gebetsraum nach ihren Wünschen und Vorstellungen. „Der Glaube junger Menschen braucht Raum“, unterstützt Pfarrer Michael Kirmes die Aktivitäten. „Und das im doppelten Sinne: Es wird ein Raum der Spiritualität und der Begegnung“. Er kann auf die Unterstützung der Gemeinde-Gremien bauen. „Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand tragen alles mit.“
Dass die Werktagskapelle der St.-Elisabeth-Gemeinde das ers­te Zuhause der Jungen Kirche wird, entspringt einem langen Prozess. „Vor zwei Jahren hatten wir begonnen, die jungen Leute im Dekanat zu fragen, was sie möchten“, berichtet Gemeindereferent Markus Ehrhardt. Übereinstimmende Antwort: Sie wünschten einen Ort der Begegnung, an dem sie einander und Gott begegnen, den sie selbst gestalten und mit Leben füllen können. Hier soll erfahrbar werden, dass die einzelnen jungen Menschen aus vielen Gemeinden auch in größerer Gemeinschaft Gleichaltriger ihren Glauben teilen und Gottesdienste feiern können. Das gibt Freude, Energie und gute Ideen – auch für ein eventuelles Engagement in der Heimatgemeinde. Der große Erfolg der „Woche der jungen Kirche“ im vergangenen Jahr gab den Wünschen neuen Auftrieb – und die Suche begann. In St. Elisabeth fand man schließlich nicht nur die dem Kirchraum vorgelagerte und damit in sich abgeschlossene Kapelle. Die Unterstützung der Gemeinde war von Beginn an da, das Willkommen hätte nicht herzlicher sein können.
Die Gemeinde feiert weiter ihre Gottesdienste an Werktagen in der Kapelle – die sich aber in neuem Gewand präsentiert. „Junge Leute richten ihr Wohnzimmer auch anders ein als ihre Eltern“, führt Christian Peters, Jugendreferent des Dekanates, Gründe an, warum der Raum anders gestaltet wurde. „Altar und Ambo bilden nun eine Achse, die man beim Betreten des Raumes sofort wahrnimmt“, sagt Peters. Rund um Altar und Lesepult stehen elipsenförmig die Stühle. Die eine farbenfrohe Verwandlung erlebten: Aus mattem Braun an Gestell und Polstern wurde weiß (Gestell) und grün (Polster).
Das Taufbecken steht künftig in einer Oase aus Pflanzen – als Sinnbild für den Brunnen des Lebens. Unter der dunklen Holzdecke werden helle Segeltücher gespannt, die unterschiedlich beleuchtet werden können und den Raum nach oben beschützend abschließen.
So hatten die jungen Leute alle Hände voll zu tun, um die Gestaltung in Angriff zu nehmen. Dank großzügiger Spenden und einer Gemeinde-Umlage im Dekanat kann das Projekt finanziert werden. Die jungen Christen freuen sich auf den Raum. „Es ist schön, dass wir ihn mitgestalten“, meint Viola Schmidt aus der Heilig-Geist-Gemeinde, während sie Stoff für die neuen Polster zurecht schneidet.
Am Samstag, 21. November, wird die Junge Kirche eingeweiht. Der Gottesdienst steht unter dem Motto: „Es gleich einem Senfkorn“ – als Sinnbild für das kleinste aller Samenkörner, das gesät wird und dann um so größer wächst. So möchte auch die Junge Kirche in Hagen und Witten wachsen und hat sich als Logo eine junge Senfpflanze gewählt. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es dann – um im Bild zu bleiben – einen Senfempfang. Ab dem nächsten Jahr finden in der Jungen Kirche regelmäßig Gottesdienste für junge Christen statt.


24.05.2012
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