Caritas-Integrationsagentur Paderborn organisierte vorerst letzte interreligiöse Stadtrundfahrt
Reise durch bunte religiöse Landschaft
Paderborn (fl). Sechs Mal haben Religionsgemeinschaften, Kirchen sowie die Caritas Integrationsagentur seit 2009 zur interreligiösen Stadtrundfahrt in Paderborn und Bad Lippspringe eingeladen. Beim vorerst letzten Treffen in Pfarrgemeindezentrum St. Hedwig auf der Lieth stellten sich die dortige katholische Gemeinde und die Aleviten in Paderborn vor.
Welche Bedeutung die Interreligiöse Stadtrundfahrt in den vergangenen Monaten erlangt hat, wurde an diesem Abend noch einmal deutlich. Die Fremdheit zwischen den Religionen wird in Paderborn Stück für Stück kleiner, auch wenn es nicht immer leicht ist, miteinander statt übereinander zu reden.
Dekan Benedikt Fischer begann den Abend mit der Vorstellung der Gemeinde St. Hedwig und einer Kurzeinführung in den katholischen Glauben. Allein diese Aufgabe zu übernehmen, ist ja eine Herausforderung. Benedikt Fischer gelang jedoch eine profunde Einführung in das Thema, das hunderte von Bibliotheken füllt.
Solche Informationen stoßen auf großes Interesse, wie die Nachfragen zeigten. Religiöse Konzepte wie Sakramente, die Organisationsform der katholischen Kirche oder die Einrichtung eines katholischen Gotteshauses – all das ist eine Welt für sich.
Dass die Trennlinien zwischen den Religionsgemeinschaften manchmal sehr scharf sind, wurde deutlich, als Ayhan Demir die Religion der Aleviten vorstellte, der in Stadt und Kreis etwa 250 Familien angehören. Allein die Einordnung dieser aus der Türkei stammenden Religion ist schwierig. Handelt es sich nun um eine muslimische Konfession oder um eine eigenständige Religion? In der Türkei sind Aleviten auch wegen dieser Frage lange benachteiligt, sogar verfolgt worden. Ganz ausgestanden sind diese Schwierigkeiten noch immer nicht, wie sich in der Diskussion zeigte.
Es ist in Paderborn etwas in Bewegung geraten durch die Interreligiöse Stadtrundfahrt, wie die Organisatoren feststellten. Dieser Prozess soll nicht stoppen, auch wenn die Initiatoren in Zukunft neue Wege gehen wollen. So soll der Fachbereich Theologie der Universität Paderborn eingebunden werden. Hezni Barjosef von der Caritas-Integrationsagentur äußerte die Hoffnung, dass weitere Religionsgruppen eingebunden werden können. Außerdem entsteht vielleicht ein Kalender, der die Termine aller Religionen in Paderborn bündelt: Das wäre, wie die Caritas-Verantwortlichen hoffen, ein wahrhaft buntes und vielseitiges Werk – so bunt und vielseitig wie die religiöse Landschaft in Paderborn.







