Aktuelle Ausgabe
2012-20

Malteser treten jetzt als Veranstalter auf – Familienbund setzt auf Prinzip „Ehrenamtlichkeit“

Rollentausch bei Lourdes-Wallfahrt

Als neues Team der großen Lourdeswallfahrt arbeiten Malteser und Familienbund zusammen: (v. l.) Constantin Graf Droste zu Vischering vom Malteser-Lourdes-Krankendienst, Diakon Bernhard Liekmeier, Weihbischof Hubert Berenbrinker, Pfarrer Markus Röttger, Dominik Spanke, Dr. Albert Götte, Christian Laskowski und Michael Hullermann vom Familienbund.Foto: Vieler

Paderborn/Erzbistum. 28 Jahre lang hat der Familienbund die jährliche große Familienwallfahrt nach Lourdes durchgeführt und die Malteser haben für die ärztliche Begleitung gesorgt. Das wird sich mit der nächsten Wallfahrt vom 2. bis 8. April ändern. Dann veranstalten die Malteser die Fahrt, der Familienbund unterstützt durch die geistliche Begleitung.

von Gerd Vieler

„Rund 250 Anmeldungen liegen schon. Wir rechnen mit bis zu 800“, sagt Malteser-Diözesangeschäftsführer Dominik Spanke zur bevorstehenden Wallfahrt. Die ersten hatten sich noch beim Familienbund angemeldet und werden jetzt über den Wechsel persönlich benachrichtigt. Wegen des Wechsels beim Veranstalter sei dies rechtlich erforderlich. Ansonsten wird es bei der Fahrt gegenüber den Vorjahren keine Änderungen geben.
Der Familienbund hatte die Verantwortung für die Durchführung der Veranstaltung aufgrund interner Verwerfungen nicht mehr übernehmen können, daher sind die Malteser eingesprungen, um die traditionelle Veranstaltung nicht ausfallen zu lassen.
Der Familienbund hat sich derweil zu einem Konzept „Back to the roots“ (Zurück zu den Wurzeln) entschlossen. „Dabei werden wir auf das Prinzip der Ehrenamtlichkeit setzen“, sagt der neue Diözesanvorsitzende Christian Laskowski in einem Gespräch mit dem DOM. Der Familienbund sehe für seinen Bereich keine Möglichkeit mehr, das System der hauptamtlichen Kräfte fortzuführen. So möchte der Familienbund vor allem wieder vor Ort präsent sein. An 28 Standorten in jeder größeren Gemeinde im Erzbistum sollen ehrenamtliche Ansprechpartner eingerichtet werden. Sie sollen demnächst auf der Homepage des Verbandes (www.familienbund-paderborn.de) einzusehen sein.
Personell sollen sich diese Ansprechpartner aus Kursen der Ausbildung zum Familienexperten rekrutieren. 40 Personen haben in diesem Jahr einen solchen Kurs schon durchlaufen. Für den bevorstehenden Kommunalwahlkampf 2009 will der Familienbund bei einer Studientagung am 17. Januar in der Paderborner Bildungsstätte „Liborianum“ sogenannte „Bausteine“ erarbeiten. Die familienpädagogische Arbeit des Verbandes soll demnächst losgelöst von den bisherigen Veranstaltungsorten Schloss Gehrden und Biggesee-Sondern „in Kundennähe“ stattfinden. Die Auswahl der Bildungshäuser werde nach rein betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen, sagt Laskowski zur neuen Strategie. Nur die für 2009 bereits ausgeschriebenen Kurse sollen in Biggesee-Sondern stattfinden.
Ehrenamtlich tätige Bildungsbeauftragte sollen die Kurse in Zukunft durchführen. Dabei sollen vor allem Multiplikatoren ausgebildet werden, die die Anliegen der „Gewerkschaft für Familie“ in Elternräten oder ähnlichen Gremien oder gegenüber Mandatsträgern vertreten können und als Ansprechpartner in den Gemeinden fungieren.


24.05.2012
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