KAB-Regionalverband Hamm/Soest/Unna lädt zu besonderer Veranstaltung nach Hamm-Rhynern ein
„Soziales Gebet“ an der Autobahn
Hamm. Die Gelegenheit, auf dem Weg zur Arbeit, in den Urlaub oder auch auf dem Weg zu Gott einen Moment innezuhalten, Körper und Geist zu stärken, das bietet die Raststätte Rhynern-Nord mit ihrer Autobahnkapelle an der A 2 Hannover-Oberhausen.
von Elisabeth Plamper
„Wir sind als KAB-Regionalverband Hamm/Soest/Unna über dem Förderverein der Autobahnkapelle mit dem Rastplatz verbunden“, erläutert Wilhelm Fara. Die „Tankstelle für die Seele“ wie die Raststätte auch genannt wird, liegt zudem geografisch relativ mittig im Regionalverband. Gründe genug für die Organisatoren, dort erstmals zum „Sozialen Gebet“ am Samstag, 27. August 2011 einzuladen. „Jeder, der gemeinsam mit uns beten möchte, ist herzlich willkommen“, betont der Vorsitzende. „Das ,A2-Treffen‘ ist eine offene Veranstaltung.“ Der Tag beginnt um 11 Uhr mit der heiligen Messe, die Weihbischof Hubert Berenbrinker zelebrieren wird.
„Für die KAB-Mitglieder sollen das Miteinander und die Mitverantwortung deutlich spürbar werden“, erläutert Fara. Dazu gehöre auch, seine eigenen Fähigkeiten zu reflektieren und sich bewusst, im Glauben gestärkt, weiter auf Vereins-, Bezirks- und Diöze-sanebene zu engagieren.“ Dieser Leitgedanke werde sich auch in den Fürbitten widerspiegeln. „Wir brauchen Mut und Phantasie dort, wo wir stehen, den Boden für neue Ideen und Berufungen zu bereiten.“
Den geistlichen Impuls gibt Dr. Andreas Fisch. „Mystik und Politik – Warum das Gebet beim karitativen und politischen Einsatz von Christen unentbehrlich ist“, unter dieses Leitwort wird der Referent für Wirtschaftsethik an der Kommende Dortmund sein Referat stellen. „Keine leichte Herausforderung, in 20 Minuten den Zusammenhang von Gebet und politischem und karitativem Engagement darzustellen“, schmunzelte der Experte im Vorgespräch. Mystik bedeute, Gott erfahren zu haben. Dazu gehöre auch der Zuspruch von Würde, das bedingungslose Angenommen-Sein als Mensch. „Diese Würde ist einem selber zugesagt und ebenso den anderen, auch denen, die gerne an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Ungerechtigkeit, Leid und Benachteiligung sind somit Widersprüche zu dieser Zusage Gottes.“ Das karitative und politische Engagement setze diese Erfahrung dort um, wo die Würde von Menschen missachtet werde, und zwar tatkräftig und oft von Angesicht zu Angesicht. „Verschiedene Gebets- und Liturgieformen helfen, mit den himmelschreienden Ungerechtigkeiten umzugehen.“ Dazu gehören die „Klage“ über Leid und Unrecht, die vor Gott getragene „Fürbitte“, aber auch die „Selbstvergewisserung“ der eigenen Überzeugung und Motivation. Der „Dank“ wiederum zeugt davon, dass das eigene Handeln von Gott getragen wird. Der politische und karitative Einsatz ist trotz aller Unzulänglichkeiten inspiriert von der Vision Gottes einer gerechten Welt: „Dein Reich komme! Dein Wille geschehe!“, zitiert Fisch aus dem „Vater-unser“.
Die Autobahnkapelle Hamm-Rhynern und besonders die Reihe „Soziales Gebet“ sei der erlebbare Schnittpunkt von Mystik und Politik. „Eine sozial engagierte KAB vergewissert sich ihrer spirituellen Wurzeln im Gebet und trägt politisches Engagement vor Gott.“ Vor dem Hintergrund des gesellschaftspolitischen Engagements bekenne die KAB im Gebet, warum sie sich für die Würde aller Menschen einsetzt.
Nach einem Imbiss und „Zeit der Begegnung“ klingt die Veranstaltung mit einer Abschlussandacht gegen 15 Uhr aus. „Das Wichtigste ist, zu verstehen, dass wir uns als KAB insbesondere um die Probleme und Sorgen der Arbeitnehmer kümmern“, so Fara. Es gelte, Gerechtigkeit, Frieden und Menschlichkeit, egal ob in der Familie oder im Geschäftsleben, durch den Glauben an Gott gestärkt, (vor)zuleben und so „mit unserer geistigen und körperlichen Arbeit Gottes Schöpfung erhalten“. Die Kirche in der Welt der Arbeit gegenwärtig zu machen, das sei das Ziel.







