Aktuelle Ausgabe
2012-20

Montagsakademie der Theologischen Fakultät diskutiert „Die Ambivalenz menschlicher Sexualität“

Spannende und brisante Themenreihe

Prof. Dr. Berthold Wald (li.), Rektor der Fakultät, und Prof. Dr. Konrad Schmidt, Leiter der Montagsakademie.Foto: Nückel

Paderborn. Mit einem brisanten und spannenden Thema zugleich beschäftigt sich die Montagsakademie der katholischen Theologischen Fakultät Paderborn in diesem Wintersemester: „Zwischen Freund und Leid – Die Ambivalenz menschlicher Sexualität“. Der Rektor der Fakultät, Prof. Dr. Berthold Wald, und der Leiter der Montagsakademie, Prof. Dr. Konrad Schmidt, stellten die Inhalte der Veranstaltungsreihe vor. 

von Matthias Nückel 

Vor dem Hintergrund der Missbrauchsfälle und der Debatten darüber könnte das Thema der Montagsakademie aktueller nicht sein. Die Fakultät beschränkt sich jedoch nicht auf einzelne Aspekte, sondern sie geht das Thema „Sexualität“ umfassender an. „Es ist wichtig, dass das Thema theologisch-antroposophisch aufgearbeitet wird“, betont Schmidt und der Leiter der Montagsakademie fügt hinzu: „Das kann zur Versachlichung beitragen.“ Denn, so stellen Wald und Schmidt fest: „Sexualität kann offensichtlich für jeden erwachsenen Menschen zu einer Herausforderung werden, mit welcher nur schwer zurecht zu kommen ist.“

In drei Themenblöcke sind die Vorträge aufgeteilt: „Liebe zwischen Mann und Frau“, „Sexualität und Freiheit“ sowie „Sexualität und zölibatäre Lebensform“. So soll es etwa auch um die Frage gehen, ob es einen Zusammenhang zwischen zölibatärer Lebensform und sexuellem Missbrauch gibt, wie Rektor Wald erläutert. Diese Aufgabe übernimmt der forensische Psychiater Prof. Dr. Hans-Ludwig Kröber aus Berlin.

Viel Sachverstand von außen habe man gewinnen können, berichtet Wald. So finden sich zahlreiche bekannte Namen auf der Referentenliste: Prof. Dr. Hanna Barbara Gerl-Falkovitz (Dresden), Bettina Röhl (Hamburg), Prof. Dr. Thomas Schirrmacher (Bonn), Sr. Dr. Katharina Kluitmann OSF (Münster), Prof. Dr. Klaus Berger (Heidelberg) und der aus dem Rundfunk bekannte Kabarettist und ehemalige Ordensmann Hans Conrad Zander (Köln). Hinzukommen die Paderborner Professoren Dr. Michael Konkel, Dr. Maria Neubrand MC, Dr. Peter Schallenberg, Dr. Herbert Haslinger, Dr. Thomas Moellenbeck, Dr. Christoph Jacobs und Dr. Christoph Stiegemann. Den Einführungsvortrag „Eros – ein großer Dämon“ hält Prof. Wald. Auffallend ist diesmal die „Rekordzahl an Referentinnen“ (Schmidt).

Trotz der großen Namen sollen die Themen jedoch allgemein verständlich präsentiert werden, wie Schmidt betont. „Es ist keine wissenschaftliche Vorbildung nötig.“

Das hat sich schon in den vergangenen Jahren gezeigt. Die Montagsakademie ist immer beliebter geworden. „Im Paulusjahr mussten wir schon in den großen Hörsaal umziehen“, so Wald. Die Vortragsreihe zur Evolutionstheorie im vergangenen Wintersemester war noch besser besucht. Das Publikum umfasst die breite Spanne von Oberstufenkursen über Lehrer bis zu Senioren. „Die Teilnehmer kommen nicht nur aus Paderborn, sondern aus einem großen Einzugsbereich im Erzbistum“, berichtet Schmidt.

„Es ist auch eine Veranstaltung der Teilnehmer“, betont der Leiter der Montagsakademie. Denn nach den Vorträgen gibt es jeweils die Möglichkeit zur Diskussion. Und die Teilnehmer haben auch Vorschläge für Vortragsreihen gemacht, aus denen für dieses Jahr das Thema „Sexualität“ ausgesucht wurde. Für die nächsten Jahre sind jedoch weitere spannende Montagsakademien gesichert.

Info

Die Montagsakademie beginnt am 25. Oktober 2010 und dauert bis zum 21. Februar 2011. Vom 14. Dezember 2010 bis 9. Januar 2011 ist Weihnachtspause. Die Vorträge finden jeweis montags um 17 Uhr statt. Einzige Ausnahme: Hans Conrad Zander ist am Donnerstag, 28. Oktober um 18 Uhr zu Gast.

Das vollständige Programm der Montagsakademie wird an die bisherigen Teilnehmer verschickt. Es liegt zudem in der Bonifatiusbuchhandlung sowie der Bank für Kirche und Caritas, die die Veranstaltungsreihe unterstützt, aus.

Informationen im Internet unter www.theol-fakultaet-pb.de.

Hier gibt es in der Regel auch Vortragszusammenfassungen. Geplant ist zudem, Videos der Vorträge ins Internet zu stellen.


24.05.2012
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