Gesprächsabend im Katharinentreff Unna richtete den Blick auf das Erleben der Sakramente
Spiritualität, Zeremonie und Gebet
Unna. „Wie kann unser Glaube praktisch Gestalt annehmen?“ Dieser Frage ging auf Einladung der katholischen Kirchengemeinde St. Katharina die evangelische Pfarrerin Sabine Zorn in ihrem Impulsreferat „Element und Wort – Die Sakramente in ihrer Bedeutung für gelebten Glauben“ kürzlich im „Katharinentreff“ in Unna nach. Anlässlich der Reformation vor 450 Jahren in Unna bieten die Gemeinden beider Konfessionen zahlreiche ökumenische Veranstaltungen an.
von Elisabeth Plamper
Im Mittelpunkt stehe der Erfahrungsaustausch, so Georg Birwer, Pfarrer in St. Katharina. „Es soll hier nicht um dogmatische Beschreibung der Liturgie, sondern um ihre unterschiedliche Umsetzung gehen“, betonte der Seelsorger, der auch die Moderation des Gesprächsabends übernahm. Zunächst beschrieb Sabine Zorn aus evangelischer Sicht anschaulich die verschiedenen Riten und Liturgien der katholischen und evangelischen Christen. Im Mittelpunkt standen die Sakramente. Während die katholische Kirche sieben Sakramente, Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte, Krankensalbung, Priesterweihe und Ehe, kenne, beschränke sich die evangelische Kirche auf zwei, die Taufe und das Abendmahl.
Diese stellte die Referentin auch in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Wichtig sei die spirituelle Kraft, die von den Sakramenten ausgehe, erfahrbar zu machen und zu erhalten. „Es geht hier im Wesentlichen um Gestaltungsfragen, also um den Zusammenhang der Gebete, Gesänge und auch Handlungen, die beispielsweise zur Feier der Eucharistie gehören“, erläuterte Zorn. „Der Dank an Gott und die Bitte um den Heiligen Geist gehören notwendig in diesen Zusammenhang.“ Außerdem fasste die Theologin die geschichtlichen Hintergründe der Sakramente zusammen.
Den Ausführungen Sabine Zorns schloss sich eine intensive Diskussion an. Im Dialog wurde deutlich, welchen hohen Stellenwert die Spiritualität im Glauben einnimmt. Einige der zahlreichen Teilnehmer beider Konfessionen berichteten über ihre Erfahrungen und schilderten einfühlsam ihre ganz persönlichen Wahrnehmungen bei den Ritualen und dem Empfang der Sakramente. Das Fazit: Sakramentale Handlungen dienen der Vergewisserung des Glaubens: „Das Wissen mit der ganzen Schöpfung und der himmlischen Welt gemeinsam Gottes Liebe zu feiern und zu erfahren.“







