Aktuelle Ausgabe
2012-20

Eindrucksvolles Programm in der St.-Elisabeth-Kirche erinnerte an Opfer der Atomkatastrophen

Tschernobyl-Gedenken hochaktuell

Elena Janzen, Harfe, und Sopranistin Josephine Pilars de Pilar.

Hagen. Ein eindruckvolles Programm zum 25. Tschernobyljahrestag erlebten die Zuhörer am Ostermontag in der St.-Elisabeth-Kirche in Hagen. 

von Raphael Gehrmann 

Es begann damit, dass die Solisten und die Chorgruppe mit dem Refrain des Liedes „Erinnere dich“ einen Zusammenhang zur aktuellen Situation in Japan herstellten, wenn es dort heißt:

Was einmal war, das kann heute wieder sein – erinnere dich, erinnere mich

Was heut’ nicht ist, kann schon morgen wieder werden – erinnere dich, erinnere mich

Gefährlich wird werden, was du verdrängst – erinnere dich, erinnere mich

Gefährlich wird sein, wenn du nicht denkst – erinnere dich, erinnere mich.

Mit einem Gongschlag wurde dann der Opfer von Tschernobyl und Fukushima gedacht und eine Kerze entzündet.

Die Sopranistin Josephine Pilars de Pilar und die Harfenistin Elena Janzen hatten ihr meditatives Musikprogramm in die Spannung von Karfreitag und Ostern gestellt; von Tod und Leben, so wie es die Menschen in der Ukraine und Belarus bis heute (er-)leben. Diesen Spannungsbogen unterstrich ein Impressionenfilm aus Belarus, der den Vortrag teilweise begleitete. Der Kirchenraum wurde unter anderem musikalisch durchflutet vom Shalomgesang des Ingemar Olsson, des Agnus Dei von George Bizet und Passa-caglia von Georg F. Händel als Solo für Harfe – ein besonderes musikalisches Erlebnis. 

Den christlichen Auftrag für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung betonten die Lieder, die die Gruppe „Stimmbänd“ aus St. Bonifatius Hagen-Haspe vortrug und dabei die Zuhörer zum mitsingen einlud. So mancher Liedtext wurde dabei zum gesungenen Gebet.

Den Abschluss bildete die musikalische Interpretation des Gedichtes von Lothar Zenetti „Was keiner wagt, das sollt ihr wagen“, welches auch in der Version von Reinhard Mey bekannt ist.

Die Partnerschaftsarbeit mit Klimowitschi in Belarus, die Gemeindemitglieder aus St. Elisabeth und der BDKJ-Stadtverband Hagen seit vielen Jahren aktiv gestalten, stand anschließend bei den ausgestellten Bildern der Malschule aus Klimowitschi im Mittelpunkt. Hier hatten die Konzertbesucher die Möglichkeit, ein Bild zu erwerben und die Partnerschaftsarbeit zu unterstützen. Nach einem fast zweistündigem Programm gingen viele Besucher nachdenklich nach Hause.


24.05.2012
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