Aktuelle Ausgabe
2012-20

Das Altenzentrum Schmallenbach-Haus in Fröndenberg und sein Ehrenamtlichen-Konzept

Viel mehr als ein „Notnagel“

Fröndenberg. „Ehrenamtliches Engagement gibt es in unserem Altenzentrum schon seit der Eröffnung im Jahr 1973“, erklärt Helga Velmer. Die Leiterin des sozialen Dienstes im Schmallenbach-Haus ist auch für den Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter zuständig: „Wir musst­en das Rad also nicht neu erfinden.“ Aber Zeit für eine Umstrukturierung sei es schon gewesen, meint sie. Ergebnis ist ein gänzlich neues Ehrenamtlichen-Konzept, das seit Herbst vergangenen Jahres in Kraft ist.


von Andreas Wiedenhaus

„Zeit und Energie, Lebenserfahrung und soziale Kompetenz bringen die Ehrenamtlichen heute wie schon bei der Eröffnung des Hauses mit“, zieht Helga Velmer Bilanz. Allerdings hätten sich Umstände und äußere Bedingungen im Laufe der Jahre grundlegend geändert, etwa durch die immer größer werdende Zahl demenzerkrankter Bewohner. Entsprechend groß sei der Bedarf an Qualifizierung und Begleitung der ehrenamtlichen Mitarbeiter gewesen.
„Zu Beginn unserer Neustrukturierung haben wir zuerst einmal den Ist-Zustand zusammengefasst“, erläutert Helga Velmer die Vorgehensweise. Adressen wurden gesammelt, Angebote und Strukturen zusammengefasst. Bei einem Ehrenamtlichen-Treffen wurden durch das „Team Ehrenamtskoordination“ die Neuerungen vorgestellt. Helga Velmer: „Gleichzeitig wurde allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz gedankt.“ Beim gleichen Termin wurde auch ein Stammblatt vorgestellt. Dort wurden Daten und Einsatzwünsche der Mitarbeiter zusammengefasst.
Im nächsten Schritt wurde die „Werbetrommel gerührt“: Innerhalb des Hauses und in der Öffentlichkeit wurde das neue Konzept bekannt gemacht. „Dabei haben wir in der Presse zum Beispiel das jüngste und das älteste Mitglied im Team vorgestellt“, erinnert sich die Leiterin des sozialen Dienstes. „Eine gute Möglichkeit, die Bandbreite des Engagements darzustellen.“ Zwischen 19 und 89 Jahren sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter alt.
Danach wurde ein Basiskurs für Ehrenamtliche entwickelt. Helga Velmer: „Er soll kompetent machen für den Einsatz.“ An vier Tagen gibt es umfangreiche Informationen, über das Haus ebenso wie über Krankheitsbilder, rechtliche Voraussetzungen oder aber auch ganz praktische Hinweise wie die Unterstützung von Heimbewohnern im Rollstuhl. Ebenso wird die Kooperation zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen vorgestellt. „Altgediente“ Ehrenamtliche können den Kurs freiwillig besuchen, für „Neueinsteiger“ ist der Besuch Pflicht. Hinzukommen regelmäßige Fortbildungsangebote und Treffen in den Ehrenamtlichen-Gruppen. Abgerundet wird dieser Teil durch eine Vereinbarung des Hauses über ehrenamtliche Mitarbeit sowie eine Schweigepflicht- und Datenschutzerklärung. „Verbindlichkeit ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Punkt“, weiß Helga Velmer. Insbesondere dann, wenn es etwa um die neu eingeführten Patenschaften gehe: „Bewohner ohne Angehörige bekommen einen Paten zur Seite gestellt, der sie regelmäßig besucht.“ Speziell in diesem Bereich sei alles genau festgelegt, damit „beide Seiten Sicherheit haben“. Grundsätzlich sei der Umfang des Engagements in den verschiedenen ehrenamtlichen Bereichen frei vereinbar, er reiche von monatlich zwei Stunden bis hin zu rund 20 Stunden pro Woche.
„Die Resonanz unter allen Beteiligten ist ausgesprochen positiv“, resümiert Helga Velmer die Umsetzung des neuen Konzeptes. „Wir geben häufig nur den Startschuss, vieles entwickelt sich dann aus den Ideen der ehrenamtlichen Mitarbeiter von selbst weiter“, freut sich die Leiterin des sozialen Dienstes über den „Motivationsschub“, den das neue Konzept ausgelöst habe: „Es ist viel Neues in Bewegung gekommen, ohne das Altbewährtes über Bord geworfen wurde“, fasst sie die Vorteile zusammen.

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24.05.2012
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