Die Zeltkirche der Bildungsstätte St. Bonifatius in Elkeringhausen hat sich als Renner erwiesen
Vom Leben berührt
Winterberg-Elkeringhausen. Ein „pastoraler Leuchtturm“ will sie sein: die Bildungsstätte St. Bonifatius in Winterberg-Elkeringhausen. War die Bildungsstätte des Erzbistums Paderborn bisher vor allem Anlaufpunkt für Menschen, die sich über mehrere Tage ihren Lebensfragen stellten, lockte sie in diesem Sommer mit einer Zeltkirche erstmals verstärkt auch Besucher aus der Umgebung an. Ein Versuch, der gelungen ist, resümieren Direktor Ullrich Auffenberg und seine Stellvertreterin Silke Otte.
von Markus Jonas
Seit Palmsonntag stetig steigende Besucherzahlen charakterisierten die Gottesdienste in der Zeltkirche. Nach dem Erntedankfest wurde sie für den Winter abgebaut. Im Durchschnitt seien rund 150 Menschen gekommen, insgesamt waren es 6 000 Zeltkirchenbesucher berichtet Direktor Ullrich Auffenberg. Rund zwei Drittel seien Besucher aus der Umgebung gewesen, zum Teil auch ehemalige Kursteilnehmer, die auch weite Anreisen etwa aus Minden, Delbrück oder Paderborn nicht gescheut hätten, um wieder in die besondere Atmosphäre von St. Bonifatius eintauchen zu können. „Hier gehen die Gottesdienste vom Kopf ins Herz“, habe ein Besucher gesagt, erzählt Auffenberg.
Der Auftrag des Erzbischofs an die Bildungsstätte sei, auch „pastoraler Ort“ zu sein, berichtet Silke Otte. „Das eine braucht das andere.“ In den Gottesdiensten berichten etwa Kursteilnehmer, was sie im Kurs erlebt haben, mit welchen Themen sie sich intensiv auseinandergesetzt haben. „Das sind Menschen, die sich vom Leben und vom Glauben berühren lassen“, sagt Silke Otte. Und diese Inhalte sprechen dann auch Gottesdienstbesucher an, die von außen kommen. „Das sind auch viele, die sonst nicht zur Kirche gehen“, erzählt sie. Die „Lebensnähe“ der Zeltgottesdienste erreiche auch Menschen, die mit Kirche sonst nichts mehr zu tun haben. „Wir liegen voll auf der Linie des Erzbischofs, missionarisch Kerze zu sein.“
Dazu trägt auch die offene Form der Zeltgottesdienste bei. „Jeder kann selbst entscheiden, wie nah er am Gottesdienst sein möchte.“ Die dünnen Zeltwände erlauben es, Abstand zu halten und dennoch zuhören zu können. „Wir haben die Schwelle runtergesetzt“, erklärt Ullrich Auffenberg. Ein Vorteil gerade auch für Familien mit kleinen Kindern, die nicht das Gefühl haben müssen zu stören.
Ein weiteres Plus: das Frühstück, das nach besonderen Gottesdiensten angeboten wird. „Das ist für viele superattraktiv“, hat Silke Otte beobachtet. Zur Tiersegnung an Erntedank mit anschließendem Brunch habe man hunderte Anmeldungen bekommen. „Für viele ist die anschließende Begegnung wichtig.“ Klar, dass dann auch Ullrich Auffenberg und Silke Otte für Gespräche bereitstehen. Wobei die Zeltkirche „keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung“ zu den Kirchengemeinden sein will, betont Ullrich Auffenberg. In der Dekanatskonferenz habe er bei seinen Kollegen denn auch nur wohlwollende Neugier erlebt: „Was ist bei euch anders, dass junge Leute erreicht werden?“
Zu Palmsonntag soll die Zeltkirche in die neue Saison starten. Aber: „Was machen wir bis Palmsonntag?“ hätten viele gefragt, berichtet Silke Otte. Deshalb habe man für die Besucher ohne Gemeindebindung drei Veranstaltungen in den Räumen der Bildungsstätte zur Überbrückung geplant: einen adventlichen Weggottesdienst am ersten Advent, 29. November, 14 Uhr, mit anschließendem Advents-Café, einen Neujahrsgottesdienst, 1. Januar, 17 Uhr, mit anschließendem Sektempfang und Imbiss sowie am Valentinstag, 14. Februar, 14.30 Uhr, einen Segnungsgottesdienst für Paare und Familien mit anschließendem Valentins-Café.
Mehr Informationen unter Tel. 0 29 81 / 9 27 30 und unter www.bst-bonifatius.de







