Aktuelle Ausgabe
2012-20

Olper Franziskanerinnen gründen neuen Konvent in der Olper Innenstadt

Vom Wald in die Stadt

Wollen einen kleinen Konvent der Franziskanerinnen in der Innenstadt von Olpe einrichten (v. l.): Generaloberin Schwester Mediatrix Nies, Provinzoberin Alexa Weißmüller und Pfarrer Clemens Steiling. Foto: Eiden

Olpe. „Die Schwestern gehören nicht in den Wald, sondern in die Stadt.“ Der Olper Pfarrer Clemens Steiling sagt es plakativ. Die Olper Franziskanerinnen sehen es aber genauso: „Wir wollen wieder in Olpe präsent sein und Kontakt zu den Menschen dort haben“, erklärt Schwester Mediatrix Nies, Generaloberin der Franziskanerinnen zu Olpe. Bis spätestens Herbst 2009 wollen die Franziskanerinnen in der Olper Innenstadt einen neuen Konvent einrichten.

 

von Julia Eiden

 

Die Franziskanerinnen waren 1966/67 in das neu erbaute, dezentral liegende Mutterhaus am Kimicker Berg unterhalb eines Waldes umgezogen. Dennoch gehörten die Nonnen zunächst noch zum „Olper Stadtbild“. Doch die Zahl der Ordenseintritte ging zurück. Die Schwestern mussten ihre Arbeit im St.-Franziskus-Gymnasium und im St.-Martinus-Hospital in den vergangenen Jahren altersbedingt beenden. Der Kontakt zur Olper Bevölkerung ging zurück: „Manchen Bewohnern ist es noch nicht einmal bewusst, dass es ein Kloster in Olpe gibt“, gesteht die Generaloberin. Und auch Pfarrer Clemens Steiling von St. Martinus wünscht sich, dass die Schwestern wieder in der Innenstadt präsent sind. Orden und Pfarrei haben deshalb vereinbart, dass ein kleiner Konvent von drei bis vier Ordensschwestern in die bisherige Vikarie „Auf der

Mauer 3“ zieht. Allerdings erst im nächsten Jahr, wenn eine dort übergangsweise wohnende Kindergruppe wieder im Josefshaus untergebracht werden kann. Der Orden will die Vikarie demnächst der Pfarrei abkaufen. Dort können die Schwestern zentral aber ruhig in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche und zum Geburtshaus ihrer Ordensgründerin Mutter Maria Theresia Bonzel leben.

Der neue Vikar bekommt seine Wohnung in den kürzlich fertiggestellten Martinushöfen am Krankenhaus. Noch eine Besonderheit birgt die alte Vikarie, denn seit Jahrzehnten hat die inzwischen betagte Gertrud Göckler darin Wohnrecht. Das bleibt auch so: „Wir freuen uns, dass sie da ist“, sagt Schwester Mediatrix Nies.

Viel umbauen müssen die Schwestern nicht. Geplant ist eine für alle Menschen offene Kapelle, in der das Allerheiligste immer zur Anbetung sichtbar ist. Provinzoberin Alexa Weißmüller wünscht sich einen intensiven Kontakt zur Bevölkerung: „Jederzeit soll die Möglichkeit bestehen, mit einer der Schwestern sprechen zu können; der Kontakt zur Gemeinde soll intensiviert und dadurch auch die Verbindung der Olper Bevölkerung zum Mutterhaus wieder hergestellt werden.“ Schwester Mediatrix fügt abschließend hinzu: „Wir wollen die Gedanken von Mutter Theresia wieder ins Bewusstsein bringen und auch jungen Leuten bei ihrer Lebensplanung behilflich sein.“

Wer in den neuen Konvent zieht, steht noch nicht fest. Es soll jedenfalls keine der 38 Schwestern aus dem Mutterhaus sein. Aber es gebe bereits Bewerbungen aus ganz Deutschland, sagt Schwester Mediatrix.

Aline Bonzel hatte am

20. Juli 1863 als Mutter Maria Theresia die Gemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe gegründet. Deren Aufgabe wurde die Versorgung elternloser Kinder, die Krankenpflege, Unterrichtung in Näh- und Kochschulen, Sorge um eine gute Schulbildung auch für Mädchen, und Hilfe dort, wo sie gerade benötigt wurde. Kraft holten sich die Schwestern in der „Ewigen Anbetung“.

Bedingt durch den Kulturkampf im 19. Jahrhundert schickte Mutter Maria Theresia rund 620 Schwestern in die USA, wo sich die Gemeinschaft weiterentwickelte. Bereits 1902, drei Jahre vor ihrem Tod, sicherte Mutter Theresa ihren Orden in der „Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH“ (GFO) ab, unter deren Dach heute 33 Einrichtungen mit über 5000 Mitarbeitern beheimatet sind. Die Olper Franziskanerinnen haben heute noch rund 650 Schwestern, die in Deutschland, Nordamerika, auf den Philippinen und in Brasilien tätig sind.


24.05.2012
Impressum | Kontakt
4002