Aktuelle Ausgabe
2012-20

Seit 25 Jahren hilft „Actio Mariae Adjuvat“, wo immer Hilfe gebraucht wird

Von Minden in die ganze Welt

Müllsucher: Mit der Verschickung von Hilfsgütern möchte Familie Panthenius dafür sorgen, dass solche Bilder nicht das Leben vieler Kinder weltweit bestimmen. Fotos: privat

Minden. Es war nur ein einziger, aber entscheidender Impuls, der das Ehepaar Liesel und Wolfgang Panthenius vor 25 Jahren dazu bewogen hat, eine Afrikahilfe ins Leben zu rufen. Seither hat die „Actio Mariae Adjuvat“, so der offizielle Name, 125 Container in 15 Länder der Erde verschickt.

von Ruth Lakenbrink

Es war eine Reportage der Reihe „Arme Welt – reiche Welt“, ausgestrahlt eines Abends im Frühjahr 1984 im Dritten Programm, die den entscheidenden Impuls gab. Darin wurde über die „nach unseren Maßstäben völlig unzulänglichen, ja unmenschlichen Bedingungen des Krankenhauses Yalgado Quedraogo in Burkina Faso berichtet“, erinnert sich Dr. Wolfgang Panthenius. Der Bericht ließ das engagierte Ehepaar nicht mehr los und so war schnell klar, dass die beiden Christen helfen wollten. Sie gingen zur Botschaft in Bonn und ließen sich dort eine Bedarfsliste des Krankenhauses geben. Das war der Startschuss für die „Mindener Hilfe für Burkina Faso“, wie sich der gemeinnützige Verein anfänglich nannte.
Seither sammelt der Verein, bestehend aus dem Ehepaar Panthenius und Sohn Martin, unermüdlich alle erdenklichen Hilfsgüter. Medikamente werden ebenso gesammelt wie Kleidung, Bettwäsche oder warme Decken. Die Medikamente werden von Liesel Panthenius, die ebenso wie ihr Mann, der als Zahnarzt arbeitet, pharmazeutisch und medizinisch geschult ist, aussortiert. Nur was noch haltbar und wirklich vor Ort verwendbar ist, wird auch verschickt.
Beim Packen der Container hilft die Kolpingsfamilie vor Ort zwar, doch das Sortieren und Zusammenpacken der Hilfsgüter verschlingt jede freie Minute der Familie.
„Seit 13 Jahren machen wir nur noch Argentinien“, erklärt Dr. Panthenius. Grund dafür sei, dass die Afrikaner „zu sehr an Geld interessiert“ seien, sagt der Zahnarz. In Argentinien bekommt Familie Panthenius Unterstützung von den Sudetendeutschen, die dorthin ausgewandert sind und die Verteilung der Hilfsgüter übernehmen.
Lediglich für die Verschickung der Waren, werden Spendengelder benötigt, alle Helfer arbeiten ausschließlich ehrenamtlich.
 Doch letztlich ist für die Familie, die vor zehn Jahren zum katholischen Glauben konvertierte und sich seither in der Domgemeinde in Minden engagiert, kein Hilfswunsch zu schwierig. So wurde selbst für Michail Gorbatschow ein rollendes Klinikum organisiert. Da wundert es nicht, dass so viel Engagement bereits mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande (1996) und dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse (2005) gewürdigt wurde.


24.05.2012
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