Aktuelle Ausgabe
2012-20

Buch über die Pfarrei Heilig Geist in Bielefeld-Dornberg erschienen

Von „historischem Wert“ für Bielefeld

Stolz präsentieren Pfarrar Markus Jacobs und Fotograf Dr. Ansgar Walk das neue Buch „Katholische Pfarrkirche Heilig Geist in Bielefeld“. Foto: Lakenbrink

Bielefeld. Schon lange hatte die Gemeinde Heilig Geist in Bielefeld davon geträumt. Nun ist der sehnliche Wunsch nach einem Buch über die Pfarrkirche an der Spandauer Allee in Erfüllung gegangen. „Dieses Buch soll eine Art Sehhilfe für die Kunst in der Kirche sein“, sagt Pfarrer Dr. Markus Jacobs, der gemeinsam mit Gemeindemitglied Dr. Ansgar Walk das Werk verfasst und gestaltet hat.

von Ruth Lakenbrink

Vor nicht einmal 18 Jahren wurde die Kirche im Stadtteil Dornberg geweiht. Doch gerade die Modernität ist es, die für die beiden Buchautoren den besonderen Reiz des Gotteshauses ausmacht. Denn es ist „die einzige katholische Pfarrkirche in Bielefeld, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erbaut wurde“, erklärt Pfarrer Jacobs. Viele der durch das Vatikanische Konzil entstandenen theologischen und liturgischen Impulse wurden von Prof. Dieter Georg Baumewerd und Rainer Maria Kresing in das architektonische Gesamtkonzept aufgenommen.
Allein der achteckige Grundriss ist ungewöhnlich, orientiert sich aber an alten Vorbildern runder Sakralbauten. Dabei stehen die Kirchenbänke im Halbkreis um den Altar. So könnten die Gläubigen eine „innige Tischgemeinschaft mit dem Herrn“ bilden, so Jacobs. All das wird in dem Buch sehr anschaulich beschrieben. Erläutert wird beispielsweise auch, warum die Orgel nicht auf einer Bühne steht oder warum in der Kirche die Glocken, und das ist einmalig im Erzbistum Paderborn, von Hand geläutet werden.
Viele Gemeindemitglieder hätten sich in die Planung der Kirche mit eingebracht. Zahlreiche Ideen seien davon umgesetzt worden. Und so ginge es auch darum, dies nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, so Jacobs. Und ein weiterer Aspekt sei, „der nächsten Generation dieses Wissen zurückzulassen“ und somit etwas von „historischem Wert“ zu schaffen, ergänzt Ansgar Walk.
Aber auch für Besucher kann das Buch nützliche Hintergrundinformationen bieten, denn die Heilig-Geist-Kirche ist ein beliebtes Ausflugsziel, gerade für Busreisende. „Es gibt einige Dinge innerhalb der Kirche, deren theologische Bedeutung nur schwer vermittelbar ist oder die mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen sind“, meint der Pfarrer. Daher lenkt Ansgar Walk mit seinen Fotografien immer wieder den Blick des Lesers vom großen Ganzen auf bestimmte Details.
Ein Jahr lang hat der Hobby-Fotograf Walk, der sich als Antarktis-Experte einen Namen gemacht und zahlreiche Bücher darüber verfasst hat, die Kirche aus allen erdenklichen Blickwinkeln und zu ganz unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten fotografiert.
Vor allem der Kreuzweg in Form von Bronzereliefs des Düsseldorfer Bildhauers Bert Gerresheim, der erst vor etwa zwei Jahren hinzukam, steckt voller Details und Symbole. Ihm ist daher ein großes Kapitel innerhalb des 112 Seiten starken Buches gewidmet. Und der Kreuzweg ist auch der Grund, warum das Buch, trotz des Drängens der Gemeinde und einer bereits vor Jahren dafür beiseite gelegten Spende, erst jetzt entstand. In Rücksprache mit dem Kirchenvorstand hatte Pfarrer Jacobs das Buch solange verschoben, bis alle „entscheidenden Dinge der Kircheneinrichtung“ da waren, und dazu gehört eben auch der vorab nur an der Wand skizzierte Kreuzweg.
Doch das Warten hat sich, da ist sich die Gemeinde einig, gelohnt. Selbst in Kanada gibt es bereits erste Fans des Buches. Reynald Rouleau, Bischof von Churchill-Baie d’Hudson, der flächenmäßig zweitgrößten Diözese der Welt, hat bereits Glückwünsche nach Deutschland geschickt.


24.05.2012
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